Abreise aus Neuseeland von ChristchurchMi. 8.12.93.
Hartmut:Die Übergabe des Wohnmobils am Leisure Port geht nach einer flüchtigen Inspektion durch das Personal zügig und unproblematisch vor sich. Das Fahrzeug ist ja sauber und auch sonst völlig in Ordnung. Wir erhalten die geleistete Kaution zurück und werden mit dem Shuttlebus zum Flughafen gebracht. Dort müssen wir noch bis 12 Uhr warten, bis wir einchecken können. Danach nutzen wir die 2,5 Stunden bis zum Abflug und besichtigen das Antarktiszentrum, von dem aus alle Expeditionen starten, egal von welcher Nation diese unternommen werden. Zurück am Flughafen kaufen wir im Duty Free Shop noch Zigaretten und weitere Mitbringsel. Der Abflug erfolgt pünktlich. Bald nach dem Start wird auf den Anzeigen der Videowand deutlich, daß die Maschine die gerade erreichte Höhe und Geschwindigkeit beibehält. Dann ändert sich nach etwa 20 Minuten Flugzeit die Richtung zurück nach Christchurch. Jetzt meldet sich der Kapitän mit der Information, daß ein Indikator auf ein nicht näher benanntes Problem hinweise und wir zurück nach Christchurch müssen. Zuvor jedoch fliegen wir zwei große Schleifen über dem Meer, um Kerosin abzulassen, da das Landegewicht des gerade vollgetankten Flugzeuges zu hoch ist. Zweieinhalb Stunden später starten wir erneut und erreichen ohne weitere Zwischenfälle Sigapore. Flugzeit 9 Stunden. Essen nicht begeisternd. Nach kurzer Wartezeit Anschlußflug und in 14 Stunden nach Frankfurt. Brigitte:Der letzte Tag in Neuseeland beginnt um 7:30 Uhr. Koffer und Taschen sind bereits gepackt. Wir frühstücken nocheinmal gemütlich, legen die übrigen, restlichen Lebens- und Putzmittel in einen Karton, den wir für alle, die davon etwas nehmen wollen, in der Küche zurücklassen. Dann machen wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Leisure Port, um unser Wohnmobil mit ein bißchen Wehmut zurückzugeben. Nach dieser kurzen Prozedur treffen wir viel zu früh auf dem Flughafen ein, alle Schalter sind noch geschlossen. Nach einer Stunde Wartezeit werden wir unser Gepäck dann los und nutzen noch die 2 Stunden bis zum Abflug zum Besuch des Antarktic-Centers. Alle Expeditionen egal welcher Nation starten von Christchurch aus. Dazu hat man hier einen Gebäudekomplex errichtet, in dem die Expeditionsteilnehmer letztendlich ausgerüstet werden. Der Besucher des Zentrums kann hier alles Wesentliche über die Antarktis in einer interessanten und lebhaften Darstellung erfahren. Im ersten und abgedunkelten Raum stehen wir in einer Eiswüste und durch die Bild- und Toneinspielungen hat man den Eindruck dabei zu sein, wie die Teilnehmer der Scott-Expedition mit den Naturgewalten kämpfen. In weiteren Räumen informiert die Ausstellung über frühere und heutige Forschung am Südpol oder über die Lebensbedingungen in der Eiswüste für Mensch und Tier. Überall laufen Videos über Pinguine und Robben und im letzten Saal versetzt uns ein Breitwandfilm mit herrlichen Bildern in das ewige Eis der Antarktis. Wieder zurück in der realen Welt nehmen wir im Café noch einen Imbiß ein und schlendern zum Flughafen. Im Duty Free Shop kaufen wir noch für Edith und die Kinder Zigaretten und ein paar andere Kleinigkeiten. Im Flugzeug sitzen wir in der zweiten Reihe vor der Leinwand. Vor uns eine Familie mit drei kleinen Kindern. Das Baby ist sehr unruhig und schreit viel. Wir starten 15:30 Uhr. Auf der Leinwand verfolgen wir den Weg des Flugzeuges über die Canterbury-Ebene. Wir wundern uns, daß die Maschine nicht an Höhe gewinnt, um über die Alpen zu kommen. Doch die Flughöhe bleibt bei 3160 Meter. Vor den Alpen dreht die Maschine nun ab und nimmt Kurs zurück nach Christchurch. Erst einige Zeit später informiert uns der Kapitän, daß wir wegen einer Instrumentenanzeige mit Hinweis auf einen Fehler um 16:30 Uhr wieder in Christchurch landen, um die Störung zu beheben. Unruhe macht sich unter den Passagieren breit, als wir Kurs aufs offene Meer nehmen und dort einige Schleifen drehen. Schließlich heißt es, wir landen um 17 Uhr, fliegen dann aber nocheinmal aufs Meer hinaus. Später erfahren wir von den Aussteigern aus Frankfurt, daß das Flugbenzin aus den Flügelspitzen herausgepunpt wird. Vermutlich ist das nötig, um gefahrlos zu landen. Wir setzen um 17:15 Uhr ohne Probleme in Christchurch auf, zahlreiche Techniker kommen in die Maschine, verschwinden bald wieder und wir starten erneut um 18 Uhr. Ich glaube nicht, daß wir ernsthaft in Gefahr waren, doch es ist ein mulmiges Gefühl, an den Sitz geschnallt zu sein und gar nichts tun zu können. Neun Stunden reine Flugzeit vor uns und 2,5 Stunden zusätzlich im Flugzeug. Das ist schon wieder Streß in Reinkultur. Über Australien sei "some weather" berichtet der Kapitän. Es muß sich um ein heftiges Unwetter bis in unsere Flughöhe von ca. 12 Km handeln, denn wir werden ordentlich geschüttelt und müssen angeschnallt bleiben. Landung in Singapore um 23 Uhr. Für die um 2 Stunden verspäteten Anschlußflieger ist gesorgt. Mitternacht in Singapore und Start nach Frankfurt. Flugzeit 13 Stunden und 50 Minuten. Neben uns sitzen Daniel und Christian, 6 und 8 Jahre alt aus Brisbane auf dem Weg zur Großmutter nach Deutschland. Die beiden Kinder reisen alleine, weil die Eltern in der Zwischenzeit in ihr neues Haus umziehen wollen. Beide freuen sich auf ein eigenes Zimmer bei ihrer Rückkehr im Januar. Daniel ist sehr gesprächig und wir unterhalten uns viel. Zum Abschied umarmt er mich. Beide tragen stolz ihre neuen Mützen, Schals und Handschuhe und freuen sich auf Schnee. |
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