KmZeit von bisBeschreibung
 
 10:20Fahrt Lake Tekapo --> Christchurch
039 Ein Haus kommt uns entgegen
 11:50-12:10Besuch einer Schaffarm
02111:25-11:40Einkäufe unterwegs
18014:30Ü: Christchurch Amber Park Motor Camp Blenheim Rd (Kiwi)
  Stadtbesichtigung Christchurch
2403:30hTageskilometer und Fahrzeit

Fahrt Tekapo --> Christchurch

Mo. 6.12.93.

Temperatur:07:304,0° C
Wetter morgens: Stark bedeckt, leichter Nieselregen
Wetter tags:  Leichter Regen mit kurzen Pausen

 
Brigitte     Hartmut

Hartmut:

Weil keine entscheidende Wetterbesserung in Aussicht ist, beschließen wir, heute schon nach Christchurch zu fahren und dort einen nicht geplanten Tag einzulegen. Auch heute wird es wieder keine Hubschrauberflüge zum Mt. Cook geben, es wäre auch herausgeworfenes Geld.

Der Regen hat jetzt aufgehört und wir verlassen MacCancy County, das Land der bunten Lupinen zu beiden Seiten der Straße in bis zu 100 Meter breiten Feldern. Einige Baumgruppen geben der sonst öden Landschaft eine eigene Stimmung.

Plötzlich kommt uns ein Haus auf der Straße entgegen! Hier liegt kein Schreibfehler vor und ich habe auch keinen Tagtraum. Ein übliches, neuseeländisches Holzhaus mit ca. 6 Meter Breite auf einem Tieflader nimmt fast die ganze Straßenbreite ein, sodaß ich scharf an den Straßengraben fahren muß, der Fahrer des Tiefladers aber keineswegs seine Geschwindigkeit senkt. Gelernt ist gelernt, oder doch Kamikazefahrer?

Um 11:25 Uhr Pullovereinkauf für Ulrich u. Holger. Nach einer viertel Stunde ist der Einkauf in dem Laden mitten in der Landschaft getätigt.

Jetzt etwa 50 Kilometer vom Mount Cook Massiv entfernt ist das Land wieder normal, also eine grüne und saftige Kulturlandschaft mit Bäumen, Hecken und Viehweiden.

Aus dem Wagen erkennen wir rechts der Straße eine Farm, in der offensichtlich gerade Schafe geschoren werden. Wir fahren hinein, um uns das mal anzusehen. Leider ist es 12 Uhr mittags und die Schafscherer begeben sich zum Essen. Trotzdem ist erwähnenswert, daß uns der Farmer zwar ein wenig überrascht, aber wie in Neuseeland üblich sehr freundlich empfängt und uns alles erklärt. Wir können ihn jedoch kaum verstehen, aber was soll's.

Ankunft 14:30 Uhr im Christchurch Amber Park (Kiwi). Wir sind so richtig in den Regen hineingefahren, was wir ja eigentlich nicht vorhatten. Vielleicht hätten wir doch noch am Mt. Cook bleiben sollen. Nun machen wir das Beste draus.

Wir fahren mit dem öffentlichen Bus in die Innenstadt, um diese ein wenig zu erkunden.

Brigitte:

Nach unruhiger Nacht mit wenig Schlaf für mich telefonieren wir gleich um 8 Uhr wegen der Rückreisebestätigung. No request! Um 9 Uhr schließlich erreiche ich Singapore Airlines in Auckland. Das Gespräch verläuft besser als ich befürchtet hatte. No problem, unser Rückflug ist gesichert.

In den frühen Morgenstunden hat es wieder zu regnen begonnen. Doch jetzt lassen Sturm und Regen nach, aber der Mount Cook hüllt sich in Wolken. Der Schnee von heute Nacht ist ziemlich tief bis knapp über den See gefallen. An einen Hubschrauberflug ist auch heute nicht zu denken. Schade, aus und vorbei der Traum!

So fahren wir schon am Vormittag, nachdem wir auf die letzte Telefonkarte mit Mutti in Köln telefoniert haben, zum absoluten Endpunkt der Reise, nach Christchurch.

Einen Satz noch zur Landschaft. Einige Zeit fahren wir noch durch die dürren Steppen und Wiesen Otagos. Je weiter wir nach Osten kommen verwandelt sich die Landschaft ziemlich schnell in frisches, grünes Farm- und Weideland, wir sind in den Canterbury Plains wieder unter den Rinder- und Schafherden. Unterwegs sehen wir Schafscherer am Werk. Wir fahren auf den Hof und fragen, ob wir zusehen dürfen. Zu uns kommt ein etwa 30-jähriger Mann, vermutlich der Farmer selbst, und erklärt ein wenig. Leider ist gleich Lunchtime und die Scherer fahren weg.

Den Amber Motor Park in Christchurch finden wir sofort, er liegt in unserer Fahrtrichtung einige Kilometer vor der Innenstadt. Wir buchen für morgen früh eine Stadtrundfahrt und nehmen den öffentlichen Bus in die Stadt. Mit dem Regenschirm erkunden wir die schönen, großzügigen Einkaufsstraßen und begegnen dem Aussteiger-Ehepaar aus Frankfurt. Das vorige Mal trafen wir uns am Larnach Castle, davor an der Tankstelle in Gore und in Napier sahen wir uns das erste Mal. Auch sie reisen -wie wir- übermorgen mit derselben Maschine, unternehmen dann noch einen Zusatzurlaub von einer Woche in Bangkok, bevor sie zurück in Frankfurt ihr neues Wohnmobil in Empfang nehmen und dann damit in Südspanien den Winter verbringen. Das imponiert Hartmut mächtig!

Christchurch's Schokoladenseite ist sauber, angenehm und proper, aber wenn man ein wenig Abseits geht, gibt es auch unschöne Ecken wie in jeder Großstadt überall. Für die Rückfahrt erwischen wir am zentralen Busbahnhof, rund um die sehenswerte Kathedrale gelegen, den richtigen Bus, nennen dem Fahrer unser Ziel und wollen dann an der richtigen Haltestelle den Bus verlassen. Doch er bedeutet uns, wir sollen bis zur nächsten Station sitzenbleiben. Dann hält er direkt vor dem Camp an und läßt uns aussteigen, wo gar keine Haltestelle ist. Die Menschen hier sind so überaus freundlich. Ich habe bisher noch niemanden ärgerlich, ungeduldig oder unfreundlich gesehen. Das ist einfach wunderbar.



Copyright © 1998 Hartmut Spahr. Alle Rechte für Texte und Fotos vorbehalten.