Aufenthalt Te Anau, Milford SoundMi. 1.12.93.
Hartmut:Hier vom Platz haben wir einen wundervollen Blick auf den Lake Te Anau und die umgebenden hohen Berge, die mit Schneekappen bedeckt sind. Der See liegt vollkommen ruhig, es ist sehr friedlich heute früh.
Der Bus fährt hier vom Platz um 7:45 ab.
Die Fahrt geht zuerst entlang des Lake Te Anau, später dann ins
Gebirge. An mehreren reizvollen Aussichten
Der Milford Sound ist mit seinen schroffen, mitunter senkrechten, 300 Meter und mehr hohen Granitwänden sehr beeindruckend. Das Schiff kann fast in Berührungsnähe heranfahren, da der Sound recht tief (bis 50 Meter) ist. Erst auf der Rückfahrt ist erkennbar, warum Kipling (Das Dschungelbuch) den Milford Sound als achtes Weltwunder einstufte. Die Fahrt hinein in den Sound ist wirklich im wahrsten Sinne unbeschreiblich schön. 13:15 Uhr Rückkehr nach Milford. Es ist jetzt 14:45 Uhr. Vor 30 Minuten sind wir auf dem Flugplatz Te Anau (International Airport) mit der Chessna gelandet. Von Milford sind wir in einer einmotorigen, 4-sitzigen Maschine in 45 Minuten hierher nach Te Anau geflogen. Der Flug ging entlang des weltberühmten Milford Track, dem schönsten Wanderweg der Erde, wie Kenner diese Route bewerten. Einen kleinen Eindruck davon gibt der Sutherland Lake mit seinen mächtigen Wasserfällen. Die Gedanken und Gefühle, die mich während des kurzen Fluges bewegen, will ich hier nicht beschreiben. Doch rechts, links und vorn in Höhe der verschneiten Gipfel vorbeizufliegen, unten die grünen Täler zu sehen, über dem riesigen Lake Te Anau zu schweben, das ist einfach überwältigend, wie man sich vorstellen kann. Dieses Erlebnis möchte ich nicht mehr missen. Ruth, unsere ca. 30-jährige Pilotin, sorgte sich ein wenig wegen der "Luftlöcker" (wie sie in deutsch sagte) und unser Wohlbefinden. Als wir diese jedoch lachend bewältigten, wenn es auch mehrmals einige Meter waren, freute sie sich über ihre angenehmen Fluggäste. Sie hat uns sicher, gut und überzeugend geflogen. Hier in Te Anau scheint auch die Sonne, es ist ein wenig windig, sodaß wir unsere Umgebung noch ausgiebig erkunden können. Da ist einmal der neben dem Camp liegende botanische und etwas weiter der zoologische Garten, zum anderen das gepflegte, großzügige Te Anau selbst. Brigitte:Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende und obwohl ich jetzt hundemüde bin, will ich alles aufschreiben. Der im Office geliehene Wecker reißt uns um 6 Uhr aus dem Schlaf. Um 7:45 Uhr sitzen wir abfahrbereit im Shuttle, einem Kleinbus, der uns in zwei Stunden und 45 Minuten zum 120 Kilometer entfernten Milford Sound bringt. Die Straße ist entgegen unseren Informationen geteert und gut ausgebaut, trotzdem sind wir einmal ganz froh, auf der gewundenen und engen Straße nicht selbst mit unserem großen und breiten Fahrzeug fahren zu müssen. Der Fahrer erzählt in monotonem Tonfall und das rasend schnell Wissenswertes und Scherze am laufenden Band. Wenn wir nicht so gut vorbereitet gewesen wären, hätten wir wohl gar nichts verstanden. An besonders schönen und fotogenen Stellen macht der Bus halt und wir können nach Lust und Laune die majestätischen, weißverschneiten Bergriesen für zu Hause einfangen. Bis auf einen Rest Schnee, der immer liegen bleibt, ist die ganze weiße Pracht gestern heruntergekommen, wie uns bedeutet wird. (Das wäre wohl gestern nicht der Tag für Milford gewesen!). Wir sehen in Te Anau Down die Anlegestelle des Bootes, das die Wanderer zum Einstieg in den Milford Track ans Ende des Lake Te Anau bringt. Der Regenwald besteht hier fast nur aus Buchen. Beim nächsten Halt bewundern wir die Spiegelung der Berge in den Mirror Lakes. Auf halber Strecke halten wir zur Kaffeepause an einem Rasthaus. Doch für einen Kaffee ist uns die Zeit zu schade und so beobachten wir einen Kea bei seinem seltsamen Treiben auf dem Vordach. In 534 m Höhe am Pass "The Divide" beginnt der Routeburn Track. Das Wetter ist immer noch sonnig und vielversprechend und wir sind gespannt, was uns nach dem Homer Tunnel, der Wetterscheide, erwartet. Zum Glück, auch hier zeigt sich die Sonne. Milford besteht neben einem Flughäfele für Sportflugzeuge nur aus einem Informationszentrum, einem Hotel, einem kleinen Andenkenladen und dem Hafen mit 5 Anlegestegen. Große und kleine Schiffe bieten hier den ganzen Tag ihre Dienste an. Unser Schiff, die Milford Wanderer, wartet bereits auf uns und kaum an Bord legen wir ab.
Vorbei am Mitre Peak,
Nach zweieinhalb Stunden setzen wir den Fuß wieder auf festen Boden, um gleich darauf in die Luft zu gehen! Das Shuttle bringt uns zu dem kleinen Flughafen von Milford. Hier erwartet uns unsere Pilotin Ruth, um mit uns beiden in einem winzigen Flugzeug (einer viersitzigen, einmotorigen Chessna) den Rückweg nach Te Anau zu nehmen. Das Wetter sei gut zum Fliegen, sagt Ruth, wenn auch etwas windig und wir sollen uns auf einige "jumps" gefaßt machen. "Luftlok" lacht sie und freut sich, ein deutsches Wort zu kennen. Ruth, 25- bis 30-jährig, ist ungeheuer sympathisch. Wir starten hinaus in den Milford Sound. Jetzt sehen wir einen Großteil nochmal von oben. In einer langen Kurve zum Aufstieg schwenken wir in Richtung Milford Track. Ruth zeigt uns von oben einige Abschnitte dieses berühmten Wanderweges, die Übernachtungshütten, den Lake Sutherland mit seinem mächtigen, 580 Meter hohen Wasserfall (dem vierthöchsten der Erde) und die hohen Gipfel neben uns. Ich habe überhaupt keine Angst und genieße die großartige Aussicht in vollen Zügen. In einem großen Bogen fliegen wir über den Lake Te Anau ein und überfliegen diesen etwa entlang der Mitte in seiner ganzen Länge. Im Anflug auf Te Anau erkennen wir unser Wohnmobil auf dem Campingplatz. Unsere Pilotin setzt nach einer dreiviertel Stunde Flugzeit sanft auf der Graspiste auf und bremst nach einigen vom Gegenwind verursachten Hüpfern das Flugzeug ab. Mit ihrem Auto bringt Ruth uns zum Motor Camp zurück, wo wir uns herzlich voneinander verabschieden. Dieser Flug war wirklich ein besonderes Erlebnis und wir werden ihn nicht so schnell vergessen. Nach so viel gefahren und geflogen werden, müssen wir uns nun selbst ein bißchen bewegen. Wir wandern daher durch den oberhalb des Camps gelegenen Park, mit Bäumen aus der ganzen Welt (gespritzte ! Baumscheiben im bot. Garten Te Anau) und einem natürlichen See zum "Wild Life Center". Hier können wir einige einheimische Vögel sehen:
Danach bummeln wir auf der Einkaufsstraße von Te Anau, beobachten den Start eines Hubschraubers und beschließen den ereignisreichen Tag mit einem ausgezeichneten chinesischen Essen. |
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