Fahrt Queenstown --> Te AnauDi. 30.11.93.
Hartmut:Wir verlassen diesen herrlichen Campingplatz leider schon wieder, weil uns Te Anau geeigneter erscheint, zum Milford Sound zu kommen. Zuvor werden wir am Lake Manapuri die Bootsfahrt (ab 14:30 Uhr) mit Besichtigung der Hydro Electric Power Station unternehmen. Um 11.45 Uhr erreichen wir Manapuri. Hier in diesem Nest gibt es anscheinend außer den Tickets am Hafen nichts für's leibliche Wohl zu kaufen. Einige Wohnhäuser, die Anlegestelle und der Wolladen, das ist Manapuri. Die Stromstation nutzt den Höhenunterschied des Lake Manapuri zum Doubtful Sound. Früher floß das Wasser über einen Wasserfall hinab. Die 7 mächtigen Rohre von je 3,7 Meter Durchmesser treiben Stromgeneratoren von Siemens (Siemans lt. Prospekt) an. Wir besichtigen nach einer Tunnelfahrt mit einem Bus die Maschinenhalle ca. 150 Meter unter dem See. Vom Boden der Halle bis zum Wasserspiegel des Doubtful Sound sind noch 8 Meter Höhenunterschied.
Um 18:15 kehren wir von unserem Ausflug zurück und fahren jetzt weiter
nach Te Anau,
Um 18:30 erreichen wir Te Anau Motor Park. Die kommende Nacht verbringen wir auf dem herrlich mit viel Aussicht gelegenen Campingplatz am Lake Te Anau, nachdem das auf dem Camp gelegene Restaurant uns abends verwöhnt hat. Wir buchen noch im Campbüro, das sogar mit Funkgeräten ausgestattet ist, für morgen früh eine Busfahrt zum Milford Sound mit anschließender Bootsfahrt mit der Milford Wanderer. Wir beauftragen den Platzverwalter, bei gutem Wetter für den Rückweg ein Flugzeug für uns zu ordern, was er verspricht. Brigitte:Heute morgen ist schöner Sonnenschein in Queenstown. Pünktlich um 7:30 Uhr und voller Erwartung sind wir im Office. Die diensthabende Dame erklärt uns freundlich, daß es im Milford Sound regnet und keine Besserung in Sicht ist, so daß auch kein Flugzeug dorthin startet. Sie bietet uns eine Alternative an: Flug nach Te Anau, Bus zum Milford Sound, Cruise (Schiffsfahrt), Bus nach Te Anau und Flug zurück nach hier für 249 NS$ pro Person. Ein interessantes Angebot, aber was sollen wir bei Regen und tiefhängenden Wolken im Milford Sound?
Beim Frühstück große Beratung und Decision:
Es ist 13 Uhr und wir sitzen bei prasselndem Regen im Auto am Hafen von Manapuri und warten auf unser Schiff zur "Hydro Electric Power Station". Zu Mittag lassen wir uns wieder mal verleiten, um etwas Warmes in den Magen zu bekommen, eine Pie zu bestellen, aber dies ist ganz bestimmt das letzte Mal, denn das pappige Etwas mit dem undefinierbaren Inhalt kann man ja kaum herunterwürgen. Anschließend müssen wir unsere Laune und Geschmacksnerven mit Joghurt und Kaffee (Hartmut: Bier) versöhnen. In Punkto Essen verwöhnt uns Neuseeland mit seiner doch sehr britischen Küche nicht. Man soll nicht glauben, daß eine so miese Küche wie die Englische den Siegeszug über die ganze Welt geschafft hat! Das kleine, geschlossene Boot legt mit 10 Passagieren pünktlich um 14:30 Uhr bei Sonnenschein! ab. Das Wetter hier ist so launisch wie bei uns manchmal im April. Auf der Mitte des Lake Manapuri regnet es bereits wieder und die Berge sind oberhalb der Wasserlinie in den Wolken verschwunden. Nach ca. eineinhalb Stunden Fahrt legen wir beim Kraftwerk an und machen erstmals Bekanntschaft mit den Sandflies, die wirklich unangenehm und lästig sind. Mit dem Bus geht es dann durch einen Tunnel über 100 Meter tief unter die Erde. Vom Kraftwerk selbst sehen wir lediglich die riesige Halle mit den 7 von Siemens (Siemans!) gebauten Stromgeneratoren. Doch auf der Besuchertribüne können wir uns anhand der Fotos, grafischen Darstellungen und Bildtafeln ein gutes Bild vom Ablauf und den Funktionen machen. Dabei fließt das Wasser des Lake Manapuri in 7 Röhren über 160 Meter tief in die Turbinen (in Italien gefertigt!) des Kraftwerkes, die die Generatoren antreiben. Das Wasser wird dann weiter in den Doubtful Sound entlassen, in den es früher als großer Wasserfall ungenutzt geflossen ist. Der Bus bringt uns bald wieder zurück zur Anlegestelle des Schiffes. Wir müssen ein wenig bis zur Abfahrt warten und flüchten uns derweil wegen des Regens und der Sandflies in die Wartehalle. Zum ersten Mal erleben wir diese kleinen Biester als Plagegeister. Die Zeit vergeht aber schnell, weil wir uns hier mit den aufgestellten Bild- und Schautafeln über das gesamte Gebiet beschäftigen. Das Boot liefert uns um kurz nach 18 Uhr am Ausgangspunkt ab, den wir -wie könnte es anders sein- bei schönstem Sonnenschein und einem leuchtenden Regenbogen über dem See erreichen. Bis nach Te Anau ist es nur noch ein kurzes Stück zu fahren. Im Motor Camp angekommen, buchen wir einen Tisch im angeschlossenen Restaurant und wieder mal einen Trip zum Milford Sound für morgen früh. Das Schema zur Vergabe der Plätze im Restaurant wird mir auch hier nicht klar. Viele Tische sind ganz leer und an den großen Tischen sitzen immer nur zwei Personen. Es ist scheinbar wie früher in Schwaben undenkbar, mit Fremden einen Tisch zu teilen. Schließlich, nachdem wir uns an der Bar ganz angeregt mit einem Paar aus dem Frankfurter Raum (der Sprache nach) unterhalten haben, erhalten wir einen Tisch und ein ausgezeichnetes, wenn auch nicht ganz preiswertes Essen. Ich habe Lammsteaks mit Pflaumensoße, Pommes Frites und Salat, der halbe Salatteller besteht dabei aus Garnitur von irgendwelchen Wiesenpflanzen und als Krönung eine riesige Stiefmütterchenblüte, die farblich auf die Pflaumensoße abgestimmt ist! Hartmut wählt sein T-Bone Steak, ebenfalls mit viel Kuhfutter drumherum. Unsere Wiener Zeltcamper haben wir heute nicht gesehen. Dafür sind die vielen Japaner (mind. 12 bis 14 Personen), die mit nur zwei ! Wohnmobilen für je 4 Personen unterwegs sind, wieder da. Zum ersten Male trafen wir sie wohl in Rotorua auf dem Parkplatz von Whakarewarewa, wenn sie es sind. Sie kochen, schwätzen und essen immer gemeinsam. Die ganze Küche ist voller geschäftigter Japaner. Nie trifft man einen alleine, alles machen sie zusammen. Sogar in die Toilette fallen sie als Gruppe ein! |
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