KmZeit von bisBeschreibung
 
 08:45Fahrt Westport --> Franz Josef Glacier
  Carters Beach
06010:25-11:10Punakaiki: Pancake Rock Formations
04712:00-12:30Greymouth
01012:40-14:30Besuch Shantytown (Goldgräberstadt)
 15:00-15:30Hokitika: Greenstone Hochburg
09316:25-16:45Lake Ianthe, Kaffeepause
01817:00Hari Hari: Tanken 43,5 Ltr. für 27 NS$
 18:00Franz Josef Glacier
07518:40Ü: Franz Josef Holiday Park Main Rd (Kiwi)
3035:50hTageskilometer und Fahrzeit

Fahrt Westport --> Franz Josef Glacier

Sa. 27.11.93.

Temperatur:07:0013,7° C
Wetter morgens: Bewölkt mit Aufhellungen und blauen Löchern
Wetter tags:  Voller Sonnenschein und tiefblauer Himmel nachmittags min. 22°C

 
Brigitte     Hartmut

Hartmut:

Die vergangene Nacht war wieder mal sternenklar mit eindrucksvoller Anzahl von Sternen und Sternbildern. Wir haben heute eine Strecke von über 300 Kilometern auf dem SH 6 zum Fox Glacier geplant. Lookout auf eine Bucht vor Punakaiki und Punakaiki, Pancake Rocks.

Die Pancake Rocks überraschen uns hinsichtlich der Ausdehnung im Gelände und der Höhe von über 40 Metern über dem Meeresspiegel. Auch die Blowholes mit ihren aktiven Gischtfontänen, die sich jetzt bei High Tide bilden. Wir halten uns eine 3/4 Stunde in diesem Gelände auf und fahren dann um 11:10 Uhr weiter.

Greymouth Aufenthalt 12 bis 12:30 Uhr. Nach 10 minütiger Fahrt erreichen wir Shantytown, eine weitere historische Goldgräbersiedlung, die sehr gut erhalten bzw. restauriert ist. Hier können wir für einen unbedeutenden zusätzlichen Obolus von NS$ selbst Gold waschen, womit wir auch Erfolg haben, wie übrigens alle anderen Teilnehmer auch. Eine Dampflokomotive mit 2 Personenwagen wurde erst 1972 zur Pflege und Erhaltung hierhergebracht. Sie hatte zuvor in einem Kohlebergwerk ihren Dienst verrichtet. Das Sägewerk nahe der Schürfstellen war übrigens noch bis 1983 in Betrieb.

Weiterfahrt um 14:30 Uhr von Shantytown. Wir kommen an ein breites Flußbett, über das eine einspurige Brücke führt. Die Schienen in der Straße deuten darauf hin, daß diese Brücke auch von der Eisenbahn genutzt wird. Sicherheits- oder Signalanlagen suchen wir vergebens.

Später endet der SH 6 erst einmal in einem Roundabout (Kreisverkehr) mit insgesamt 6 Straßeneinmündungen / -ausfahrten. Das besondere ist hier, daß zusätzlich noch mitten durch das Rund eine vorfahrtsberechtigte Eisenbahnverbindung läuft, natürlich wiederum ohne jegliche Sicherungen. Das ist insgesamt der Hammer!!!

Zu den Straßen sollte man einen eigenen Abschnitt in der Dokumentation vorsehen, das lohnt sich wirklich. Inhalte: Qualität (befestigte und nicht befestigte generell gut), Hubbelstücke in den Kurven vor allem, Problem mit dem Steinschlag. In diesem wenig bevölkerten Land gibt es für zerbrochene Windschutzscheiben einen Hubschrauber-Ersatzteilservice!

Ab 15 Uhr 30 Minuten Aufenthalt in Hokitika, der Greenstone Hochburg. Unterwegs eine Aufnahme von dem Giant Matai Tree, einem Riesenbaum mit einem hängenden Vogelnest, wie man es von den Webervögeln kennt.

Kaffeepause am Lake Iante um 16:25 Uhr bis 16:45 Uhr. Danach Tanken auf den letzten Drücker in Harihari. Die nächste BP-Tankstelle ist erst in Wanaka! Um 18:00 Uhr Franz Josef Glacier und Kiwi-Camp um 18:40 Uhr.

Brigitte:

Waschen und Duschen klappt gut, obwohl jeweils nur zwei Duschkabinen vorhanden sind. Wie fast jeden Tag, reisen wir auch heute gegen 9 Uhr ab.

Erste Station bei den Pancake Rocks. Die Tasman See hier an der Westküste, der die Straße bisher folgt, zeigt sich mit weißen Schaumkronen und wild romantischen Stränden. Die Felsen sehen wirklich so aus wie auf den Bildern der Reiseunterlagen, wie dünne Pfannkuchen übereinandergeschichtet und aufgetürmt. Dazwischen brodelnde Wasserlöcher und zwei Blowholes. Ein schön angelegter Weg führt zuerst durch einem Bambuswald, dann oben auf den Felsen entlang zu zahlreichen Aussichtsstationen. Wir sind erstaunt über die vielen Touristen hier, da wir doch unterwegs kaum ein Auto gesehen haben. Es ist auf der Südinsel ja durchaus nicht selten, eine halbe Stunde und sogar länger kein Fahrzeug auf der Straße zu Gesicht zu bekommen.

Weiter geht es auf dem SH 6 zunächst nach Greymouth, wo wir uns im "New World" Einkaufszenter für das Wochenende eindecken, u.a. brauchen wir Duschgel, da Hartmut unsere Flasche Eubos in Marahau liegen gelassen hat. In Shanty Town nur wenige Kilometer weiter lassen wir uns in die Jahre des Goldrausches versetzen. Eine Bahnstation, ein riesiges Wasserrad zum Antrieb von Steinzerkleinerungsmaschinen und alle Gebäude, die zu einer Stadt gehören wie, Bank, Friseur, Schmied, Schumacher, Saloon, Feuerwehrhaus, Hotel, Gefängnis und Galgen, Post, Krankenstation und Wasserleitungen für das Goldwaschen. Alles ist sehr hübsch, liebevoll zusammengetragen und hergerichet. Mit dem alten Dampfzug werden wir in 15 Minuten durch den Urwald vorbei am Sägewerk zur Goldwaschanlage gebracht, wo jeder selbst, natürlich nur mit der richtigen Eintrittskarte, das Goldwaschen unter Anleitung erlernen kann. Am Ende habe ich ein wenig glänzende Materie. Dieses Gold wird in winzige Flaschen abgefüllt und jedem mitgegeben. Es ist schon ein freudiges Erlebnis, wenn nach all dem Dreck plötzlich etwas am Boden der Schüssel leuchtend gelb aufblitzt.

Hokitika ist die Stadt des Greenstones. Hier soll es die besten Schleifereien Neuseelands geben. Wir sehen uns um, finden aber nur dieselben Muster und Preise wie überall. Es sind schöne Stücke dabei, aber alles was mir gefällt ist zu teuer und zu aufwendig als Mitbringsel.

Am Lake Ianthe (keine Ahnung wie man das ausspricht) finden wir einen zauberhaften Rastplatz zum Kaffeetrinken. Langsam machen wir uns schon wieder Sorgen wegen einer Tankstelle. Inzwischen sind wir über 100 Kilometer gefahren, ohne eine solche zu sehen. Ausgerechnet in Hari Hari, einer Ansammlung von 3 bis 5 Häusern ist eine geöffnete BP-Tankstelle. Der Tank ist zwar noch halbvoll, aber wer weiß, wo es wieder Diesel gibt. Ich frage trotzdem nach der nächsten BP-Station. Sie ist in Wanaka, das sind etwa 300 Kilometer von hier und das werden wir gerade schaffen.

Die ganze Westküste hinunter sehen wir fast immer das Meer mit schönen Buchten und Steilwänden. Die Straße verläuft mal auf Meeeshöhe, mal hoch oben in den Küstenbergen mit weitem Ausblick. Gegen 18 Uhr erreichen wir den Franz Josef Glacier. Zuerst fahren wir die Straße zum Gletscher hinauf. Am Parkplatz sehen wir ihn weiß und blau leuchten. Der Fußweg zum Gletscherfuß ist aber für heute mit ca. zwei Stunden zu weit. Der Campingplatz ist gut belegt und in der Küche wird fleißig gekocht und gebraten. Daher gehen wir in den Ort eine Pizza essen. Hier treffen wir das Ehepaar aus Österreich wieder.



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