KmZeit von bisBeschreibung
 
  Fahrt Marahau --> Motueka --> Westport
00109:00Marahau
154 Murchison: Tanken 71 Ltr. für 42 NS$
01512:10-12:30Fault Line längste Hängebrücke in NS
01912:50-13:25Lyell (Goldgräberstadt)
  Buller Goche Lookout
07914:45Cape Foulwind - Carters Beach
01217:55Ü: Westport Seal Colony Tourist Park Carters Beach
2804:40hTageskilometer und Fahrzeit

Fahrt Marahau --> Westport

Fr. 26.11.93.

Temperatur:07:0016,0° C
Wetter morgens: Stark bewölkt mit sonnigen Abschnitten
Wetter tags:  Trocken, mit einz. Schauern u. Niesel

 
Brigitte     Hartmut

Hartmut:

Der Campingplatz hier in Marahau liegt sehr schön, ist ruhig, die Einrichtungen sind zahlenmäßig m.E. zu wenig, doch sauber und in Ordnung wie ansonsten auch.

Über den SH 6 machen wir "Strecke" nach Westport zur Robbenkolonie.

Diesel ist hier in Murchison sehr teuer, aber bei leerem Tank ....

155 Meter lang über den Buller River ist Neuseelands längste Swingbridge, die Fault Line, die wir natürlich begehen und uns dafür insgesamt 20 Minuten Zeit lassen. Die Brücke erscheint trotz Schaukelei, Enge und Durchsichtigkeit des Drahtgeflechtes sicher. Um 12:30 Uhr fahren wir weiter und sind 12:50 Uhr bei Lyell, einer alten Goldgräberstadt. Außer dem in 5 Minuten erreichbaren, am Hang liegenden Friedhof und außer dem in 3 Terrassen angelegten ehemaligen Stadtgebiet ist nichts übrig bzw. erhalten geblieben. Aber es ist gut vorstellbar, daß hier eine kleine Stadt gestanden hat.

Um 13:25 Uhr Weiterfahrt von Lyell. Wir halten am Buller Goche Lookout, dort wo der Fluß im rechten Winkel abbiegt und die Autostraße in den Granitberg gesprengt ist. Um 14:45 Uhr erreichen wir Cape Foulwind.

Die letzte viertel Stunde sind wir im Regen gefahren, aber das Wetter bessert sich wieder. Auch hier erleben wir den Effekt, im Regen zu stehen und gleichzeitig die Sonne in der Umgebung zu haben.

Der Weg zur Robbenkolonie ist mit 10 Minuten sehr nahe dem Parkplatz gelegen. Die Beobachtungsplätze liegen etwa 10 Meter oberhalb der eigentlichen Kolonie. Von der angegebenen durchschnittlichen Anzahl von über 200 Tieren können wir gerade etwa 50 ausmachen. Vielleicht sind noch nicht alle Robben zurückgekommen. Die Sonne zeigt sich wieder von der besten Seite, sodaß wir die Wanderung zur Spitze und zum Leuchturm mit insgesamt 4 Kilometern aufnehmen. Auf dem letzten Drittel des Weges zurück werden wir dann wieder von oben mit Regen bedient und jetzt gegen Abend auf den über 50 Meter hohen Klippen wird es doch zusammen mit dem Wind ganz schön frisch.

Brigitte:

Vor der Abfahrt bemerken wir einige ungewöhnliche Vögel in dem großen Baum vor unserem Camper. Sie sind etwa amselgroß, gelb und graugrün, mit spitzem Schnabel und geben einzelne schrille Töne von sich. Wir befragen unser Vogelbuch und identifizieren sie als Bellbirds, Nektarvögel wie der Tui.

Um 9 Uhr sind wir unterwegs zur Westküste. In Mutueka ist die Tankstelle überfüllt und da wir noch einen halbvollen Tank haben, brauchen wir erst gegen Mittag zu tanken. Doch gerät die Fahrt zur Zitterpartie, denn auf dem jetzt folgenden Streckenabschnitt gibt es keine Tankstelle mehr. Nach 102 Kilometern kommen wir in Murchison an eine Mobil Oil Tankstelle. Der Tank ist fast völlig leer. Bis hierher kann ich die Fahrt nicht sehr genießen aus Angst, in dieser einsamen Landschaft am Straßenrand liegen zu bleiben. Diese 42 NS$ kommen nun nicht auf unser BP-Konto, für das wir je nach aufgelaufenem Wert am Ende unserer Reise einen entsprechenden Bildband über Neuseeland erhalten.

Die Landschaft ist recht abwechslungsreich, Wiesen mit Hirschen, Kühen und natürlich Schafen, Wald mit Palmen, Farn- und auch Laubbäumen, sogar Birken, Hügel und bis zu ca. 1750 Meter hohe Berge. Nach der halben Strecke führt die Straße jetzt am Buller-River entlang. Mal hoch über dem Fluß, mal über Brücken, wo die Bäche in den Fluß münden, mal auf Flußhöhe.

Dem Hinweis "Fault Line" folgen wir und kommen zur längsten Hängebrücke (Swing Bridge) Neuseelands mit 155 Metern. Die in Privatbesitz befindliche Brücke kann man für 1 NS$ betreten. Es kostet schon Überwindung über das schwankende Gestell in schwindelnder Höhe über dem Buller River zu gehen. Augen geradeaus und nicht in die Tiefe schauen, so macht es Spaß hinüberzuschaukeln. Auf dem Rückweg kann ich sogar hinuntersehen. Nach uns marschiert ein ganzer Trupp Japaner gemeinsam im Gänsemarsch über die Brücke!

Weiter geht's nach Lyell. Hier auf der in Terrassen geformten Wiese hat einmal die Goldgräberstadt Lyell gestanden, mit 3 Hotels, 2 Banken und zeitweise 2000 Einwohnern. Ein Großfeuer zerstörte die Ansiedlung und da schon einige Zeit nicht mehr genügend Gold hier gefunden wurde, lag kein Interesse zum Wiederaufbau vor.

Den schwierigsten Teil der Straße glauben wir hinter uns zu haben, doch das stellt sich als Irrtum heraus. Der Buller River hat sich auf dem letzten Stück zum Meer in eine tiefe und sehr enge Schlucht eingegraben. Die Straße führt an zwei Stellen ohne Sicht auf den Gegenverkehr einspurig unter weiten Überhängen am Berg entlang. Da hält man schon die Luft an und hofft, daß niemand hier entgegenkommt. Aber die Strecke ist nicht sehr befahren und so überstehen wir auch diesen Teil.

Kurz vor der Stadt Westport biegt die Straße zum Cape Foulwind links ab. Es ist jetzt 15 Uhr und ein leichter Regen setzt ein. Am Endpunkt der Straße warten wir den Regen ab und als sich die Sonne wieder zeigt, steigen wir in einem 10-minütigen Fußmarsch zur Seal Colony auf. Hier sehen wir von oben auf zerklüftete Felsen und Vorsprünge in der Brandung hinunter. Mit dem bloßen Auge können wir die Robben kaum ausmachen, so weit (30 bis 40 Meter) liegen sie von unserem Beobachtungsstand entfernt und so gut sind sie farblich an die Umgebung angepaßt. Mit dem Fernglas und wenn sie sich bewegen sind sie aber gut zu sehen. Es sind erst wenige Tiere hier, sie kommen je nach Wetter ab Ende November bis Anfang Dezember an und bringen ihre Jungen zur Welt. Wie es scheint, sind sie in diesem Jahr spät dran. Die kleineren Tiere, denke ich, sind die Jungen vom letzten Jahr.

Das Wetter ist wieder schön geworden und so wandern wir zum Cape und zum Leuchtturm. Der Weg an der Westküste führt hoch über den Klippen (bis ca. 80 Meter) über saftige Wiesen und bietet überall fantastische Aussichten, wie der zum Atoll gewordene Vulkankrater. Der Wind bläst ziemlich stark und beim Leuchtturm angekommen, beginnt es wieder zu regnen. So legen wir den Rückweg schnelleren Schrittes zurück.

Unterwegs rechts und links der Straße sind uns Hühnervögel aufgefallen, braungrau mit großen Füßen und spitzem Schnabel. Um unseren Wagen läuft auch so ein Huhn herum. Es ist gar nicht scheu und läßt sich hier auf dem Parkplatz mit Brot füttern. Nach unserem Buch ist dies ein Weka, ca. 53 cm groß, kommt aus Australien, frißt alles und kann sogar Ratten töten.

Zur Carters Beach und zum Motor Camp fahren wir ein paar Kilometer zurück. Es ist ein sehr großes Gelände, aber fast leer. Im Laufe des Abends kommen noch einige Wohnmobile hinzu, so daß wir nicht ganz alleine hier sind. Heute haben wir ein fürstliches Abendessen: Filetsteaks, grüner Spargel mit Butter, Weißbrot und zum Nachtisch Kiwi-Früchte.



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