KmZeit von bisBeschreibung
 
 10:10Wanganui AA
 11:00-17:00Wanganui: Autofahrt am Fluß Wanganui (aufwärts)
122 Wanganui Tanken 79,5 Ltr. für 46 NS$
01017:30Ü: Wanganui: Castle Cliff Motor Camp (Kiwi)
132 Tageskilometer und Fahrzeit

Aufenthalt in Wanganui

Mo. 22.11.93.

Temperatur:07:45 
Wetter morgens: Bewölkt mit blauen Abschnitten
Wetter tags:  Bedeckt, aber trocken mit tw. Sonne

 
Brigitte     Hartmut

Hartmut:

Die heute morgen geplante und angemeldete Bootstour den Wanganui River hinauf wurde vom Bootsbesitzer abgesagt wegen des Hochwassers und der Strömung. Schade, denn wir hätten bestimmt eine interessante Fahrt in dem kleinen, privaten Motorboot unternommen. So entschließen wir uns, die Uferstraße ein Stück in Richtung Jerusalem flußaufwärts zu fahren.

Zuvor jedoch gelingt es uns im AA-Büro Wanganui den Fährtermin von Wellington nach Picton auf den 24.11. um 8:00 Uhr morgens vorzuziehen. Die Umbuchung kostet 5 NS$ und dauert 30 Minuten. Bei Farmers (Kaufhauskette) haben wir noch für Hartmut Shorts gekauft. Jetzt gegen 11 Uhr verlassen wir das Zentrum flußaufwärts. Beginn der Uferstraße entlang des Wanganui.

Das Wetter hat sich soweit gebessert, die Sonne kommt schon wieder heraus, die nur anfangs geteerte Straße ist trocken und gut befahrbar, natürlich wieder arg eng und kurvig, wie gewohnt. Der Fluß hat starkes Hochwasser, ist gelb-braun von der mitgeführten Erde, befördert Baumstämme bis 20 Meter Länge und 60 bis 80 cm Durchmesser und auch einige Pflanzeninseln von mehreren Quadratmetern und fließt sehr schnell. Dies läßt die Heftigkeit der Regenfälle des vergangenen Tages erkennen. Klar, daß hier kein Boot auf die Reise gehen kann, das wäre lebensgefährlich. Pause von 14:50 bis 15:20 Uhr.

Bis Jerusalem wird es uns doch zu weit und deswegen fahren wir wieder zurück. Gegen 17:00 Uhr sind wir wieder am Ausgangspunkt der Uferstraße. Um 17:30 Uhr zurück auf dem Campingplatz.

Jetzt ist inzwischen strahlender Sonnenschein. Nur am äußersten Rand des Horizontes im Westen sind Wolken zu sehen.

Brigitte:

Die ganze Nacht stürmt und regnet es heftig, um 6 Uhr morgens sehe ich blauen Himmel, aber bereits eine halbe Stunde später trommeln wieder Regentropfen auf's Dach, doch dann ist der Spuk vorbei.

Als erstes an diesem Morgen erfahren wir von unserem Landlord, daß das Riverboat nicht fährt, da der Wanganui-River zu einem reißenden Strom angeschwollen sei. "It's too dangerous!" So wollen wir stattdessen mit unserem Wohnmobil ein Stück die Uferstraße entlang fahren, um uns das grüne Flußtal mit seinen blühenden Pflanzen und Urwäldern anzusehen.

Frau Tineken aus Holland verwickelt mich in ihrem Camp-Office in ein langes Gespräch über Vögel und daß sie die Magpies nicht leiden kann. Sie versieht uns mit Ratschlägen, was wir uns auf dem Wege zum Wanganui River und auch dort alles ansehen sollen und daß sie am Abend ihre Schwester aus Holland zu Besuch erwarte.

Wir entdecken unschwer die erwähnte Kirche, deren Turm von allen Seiten aus schief aussieht (lt. Tineken haben die Auftraggeber, die Bewohner des Dorfes, den Architekten deswegen nicht bezahlt). Die Straße am Fluß windet sich in Kurven rauf und runter entlang des Tals. Das Wasser ist braun, aufgewühlt und reißend. Der Fluß führt lange und dicke Baumstämme mit sich.

Hinweisschilder weisen uns auf historische Punkte der Maorikultur hin, auch führen einige Hinweise zu Rundwanderwegen. Einem solchen folgen wir ein Stück durch den Urwald den Berg hinauf. Ein schöner Wanderweg, aber durch den Regen aufgeweicht und rutschig, so daß wir nach einer halben Stunde umkehren. Die Orte entlang des Wanganui haben seltsame Namen bzw. Namen aus der "alten Welt": u.a. Athens, Corinth, Jerusalem.

Zurück auf dem Campingplatz ist der Besuch aus Holland angekommen. Frau Tineken fährt ihre Schwester mit dem Auto über den gar nicht großen Platz und verhält sich damit landesgerecht. Denn kein Neuseeländer geht irgendwohin zu Fuß!

Hinter dem Camp liegt der Strand. Wie in Napier besteht er auch hier aus feinem schwarzem Sand. Entlang des Strandes liegt jede Menge Holz, das der Wanganui-River, der hier ins Meer mündet, mitgebracht hat. In nördlicher Richtung sehen wir deutlich den gleichförmigen Vulkankegel des Mt. Egmont (Mt. Taranaki in Maorisprache) ca. 50 Kilometer entfernt im Abendrot liegen.



Copyright © 1998 Hartmut Spahr. Alle Rechte für Texte und Fotos vorbehalten.