KmZeit von bisBeschreibung
 
 10:00-12:30Tongariro: Wanderung zu den Silica Rapids
 13:55Fahrt Chateau Tongariro --> Taupo
  Am Lake Taupo linksseits (SH 47, 41, 32) nach Taupo
16116:15Taupo Einkaufszentrum, Tanken 76 Ltr. für 40 NS$
00418:10Ü: Taupo Acacia Holiday Park Acacia Bay Rd. (Kiwi)
1652:20 Tageskilometer und Fahrzeit

Fahrt Tongariro NP --> Taupo

Do. 18.11.93.

Temperatur:07:155,5° C
Wetter morgens:   Um 6 Uhr noch blauer Himmel, jetzt zugezogen
Wetter tags:   Trocken, keine Sonne

 
Brigitte     Hartmut

Hartmut:

Wir wandern heute vormittag zu den Silica Rapids, mit Stiefeln und Rucksack ausgerüstet. Wir sind von 10 bis 12:30 Uhr unterwegs. Von der Landschaft her bietet diese Wanderung gegenüber der gestrigen nichts wesentlich Neues, bis auf eine Ebene vulkanischen Ursprungs.

Zu den Wanderwegen hier ist anzumerken, daß sie gut ausgebaut und sehr gepflegt sind. Für meinen Geschmack durchaus zu perfekt, denn selbst kleine feuchte Stellen werden mittels eines Steges aus Holzbohlen überbrückt. An manchen Stellen mit Hochmoorcharakter ist das natürlich aus Sicherheitsgründen auch angebracht. Die Wanderwege sind komplett mit feinem Schotter belegt und An- bzw. Abstiege mit Stufen aus Holz gesichert.

Bei der von mir vorgesehenen Strecke vom Tongariro NP über Orakune, Waioru, Taihape und dann quer durchs Land nach Napier über Hastings sind 2 Abschnitte als "difficult Road" in unseren Karten angegeben und daher nicht empfehlenswert. Da der Umweg über Taupo nach Napier über den SH nur wenige Kilometer beträgt und auch zeitlich sicher günstiger ist, besteht letztlich keine Frage, daß wir die vermutlich sicherere Route nehmen.

Wir fahren daher auf der westlichen Seite des Sees über den SH 32 nach Taupo zu dem schon bekannten Motor Camp an der Acacia Bay. Diese an Kilometern weit längerer Fahrt führt uns durch wieder neuartige Landschaftsstrukturen, meist durch Farmland mit sanften Hügeln und gewundener Straßenführung, in Seenähe steile und enge Durchgänge, mit eigenen Reizen und malerischen Stellen.

Stadtbummel bis 18 Uhr. Wir kaufen Hosenträger für mich. Hier in dieser nett angelegten, sauberen Stadt macht ein Einkaufsbummel richtig Spaß. Um 18:10 Uhr fahren wir zum Campingplatz in Taupo.

Brigitte:

Als wir die Füße aus dem Bett strecken, erfrieren wir fast zu Eisklumpen. Im Wagen sind es 5,4 Grad Celsius. Nach einer warmen Dusche rufen wir hier vom Kartentelefon die Kinder an. Von Ulrich erfahren wir nichts Neues für 8 NS$! Nach dem Frühstück im jetzt geheizten Wohnmobil starten wir mit Wanderschuhen, Anorak und Rucksack zu den Silica Rapids. Das Wetter ziemlich kühl und der Himmel bedeckt.

Wir benötigen noch eine Briefmarke für die Postkarten, die Hartmut gestern geschrieben hat. Dazu müssen wir ins Hotel Chateau Tongariro. Aus der Nähe sieht das Bauwerk gar nicht so beeindruckend aus. Das von oben leuchtend blau aussehende Dach entpuppt sich als Wellblech und das auch noch ziemlich verrostet. Der Außenanstrich bedarf auch einer Erneuerung. Zur Ehrenrettung sei gesagt, daß an der Vorderfront bereits ein Gerüst errichtet ist. Innen roter Samt und Plüsch. Geraffte Samtvorhänge im ca. 6 Meter hohen Saal an Stellen, wo sie überhaupt keine Funktion erfüllen. Fazit: Nicht unser Geschmack, aber wohl fein und teuer. Ich erstehe die o.g. Briefmarke und ab geht die Post mit dem hiesigen Stempel, hoffentlich!

Unser Track führt über einen Bergrücken mit struppigem Gebüsch und harten Grasbüscheln, dann über ein weites Lavafeld in einen Urwald mit für uns wieder neuen Farnarten, z.T. abgestorbenen Bäumen, von denen Flechten in Bärten herabhängen und auf denen andere Pflanzen mit schwertähnlichen Blättern wachsen. Hier sehen wir keine Baumfarne, wohl aber einige Palmen! Die Pflanzenwelt ist für mich immer noch sehr undurchsichtig. Ich hätte gern ein Buch gekauft, um ein wenig Einblick zu bekommen. Doch erstens sind Bücher sehr teuer und zweitens müssen wir an unser Gepäck denken. Ein kleines Taschenbuch über die neuseeländische Vogelwelt habe ich mir aber nicht ausreden lassen und noch in Taupo gekauft.

Meist im Wald führt der Weg am Fluß Whakapapanui entlang bis zu den Stromschnellen. Dort haben die Steine, die umgebenden Pflanzen und die unteren Äste der Bäume einen dicken, gelblich-weißen Überzug aus Silikat, ein wenig erinnert es an Sinterterrassen. Der ganze Weg ist sehr gut ausgebaut, mit Schotter belegt und an feuchten Stellen mit Gestellen und Treppen aus Holz überbrückt. Einige Male überqueren wir auf Holzbrücken Wasserläufe, dann geht es wieder über öde oder auch buschige Abschnitte zur Straße zurück zu unserem Camp. Die drei Gipfel des Ruapehu sind heute in den tiefhängenden Wolken verborgen.

Nach einem kleinen Mittagessen beschließen wir, nicht noch eine Nacht hierzubleiben. Der Weg, den Hartmut gerne nach Napier nehmen würde, ist auf der Karte mit "dangerous" angegeben und auch im Reiseführer ist die Beschreibung nicht so ermutigend. Und nach der bisherigen Erfahrung mit Straßen schon ohne solche Anmerkungen .....! So bleibt nur der Weg zurück über Taupo. Damit die Fahrtstrecke nicht zu lang wird, fahren wir heute nur bis Taupo. Wir nehmen, um wieder etwas Neues zu sehen, die Straße linksseits des Lake Taupo. Dies ist zwar ein größerer Umweg, aber abseits der Hauptstrecke zu fahren, hat sich gelohnt. Die Straße gehört bis auf ganz wenige Fahrzeuge uns und wir durchfahren wieder einmal eine völlig neue Landschaft. Sanfte, grüne Hügel mit hervortretenden grauen Felsen, hübsche aber wenige Farmhäuser und jede Menge Schafe und Rinder. So stelle ich mir auch Irland vor!

In Taupo angekommen bummeln wir durch die Geschäftsstraßen. Für die 12 Tausend Einwohner gibt es irrsinnig viele Geschäfte. Seltsam berührt uns die Weihnachtsdekoration mit künstlichen Tannenbäumen und Nikoläusen mit dicker Winterkleidung im neuseeländischen Frühsommer. Im Acacia-Camp belegen wir abends denselben Platz.

Zu den Vögeln ist zu bemerken, daß wir verhältnismäßig wenige sehen und hören. Wenn ich an das Konzert unserer Vögel im Mai denke, dann kann man sie kaum am Gesang auseinanderhalten. Hier aber hört man immer nur einen oder höchstens zwei, die sich gegenseitig antworten. Auf dem heutigen Weg hören wir mehrere Male das bezaubernd süße Lied des North Island Robin, den wir nun schon gut erkennen. Gesehen und gehört haben wir auch den North Island Tomtit mit seinem schwarzen Köpfchen. Einige Kormorane überfliegen uns. An einer Stelle hören wir einige eintönige Piep-Laute, können den zugehörigen Vogel jedoch nicht ausmachen.



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