KmZeit von bisBeschreibung
 
00510:00-12:00Schiffsausflug Lake Taupo (2 Stunden)
 12:15Fahrt Taupo --> Chateau Tongariro
05513:15-14:00Turangi, Mittag
03014:45Sir Edmond Hillary Outdoor Leadership Centre
  Whakapapa / Chateau Tongariro
  Ivikau-Village
  Hotel Chateau Tongariro
  Whakapapa-Village
03816:10Ü: Chateau Tongariro Whakapapa Holiday Park
 17:00-19:30Wanderung zu den Taranaki Falls
1282:55hTageskilometer und Fahrzeit

Lake Taupo, Fahrt zum Chateau Tongariro

Mi. 17.11.93.

Temperatur:07:00 
Wetter morgens: Leichte Bewölkung mit Sonnenschein
Wetter tags: Wolkenlos über See und Gebirge, warm

 
Brigitte     Hartmut

Hartmut:

Nach einer 2-stündigen Bootfahrt über den Lake Taupo in Richtung Tongariro Nationalpark brechen wir vom Hafen dorthin auf.

Das Boot trägt den Namen Ernest Camp, das Wasser ist tief blau und für ein Hafengebiet ungewöhnlich sauber und klar. Wie uns der Kapitän erklärt, ist der Lake Taupo ein Trinkwassersee, das Trinkwasser wird für uns undenkbar direkt entnommen und verteilt. Also daher, nur so sollte unser Bodensee auch aussehen!

Während der Fahrt haben wir ständig das schneebedeckte Massiv mit den majestätischen Zweitausendern des Tongariro NP's vor uns, vor allem den Gipfel des Mount Ruapehu. Es ist ein wunderbarer Anblick, dieser erhabene Berg mit 2797 Metern, an dessen Fuß wir bald einen Tag verbringen. Auf beiden Seiten der Straße Ginster, Ginster, Ginster in voller Blütenpracht.

Ankunft in Turangi um 13:15 Uhr. Hier essen wir zu Mittag eine Pizza natürlich aus einem Takeaway und fahren nach einem kurzen Bummel durch das Einkaufszentrum um 14 Uhr weiter. Um 14:45 Uhr kommen wir zum Edmund Hillary Leadership Center und sehen uns dort kurz in dem Trainingszentrum für Bergsteiger um.

Wir haben das Chateau Tongariro erreicht, sind aber gleich die 6 Kilometer weiter in das Skidorf Ivikau Village auf 1640 Meter gefahren. Um uns herum an den Hängen wimmelt es von grobem, dunkelbraunem bis fast schwarzem Geröll aus vulkanischem Gestein. Wie man hier Skifahren können soll, bleibt uns unbeantwortet. Jede Menge Lifte durchkreuzen die noch weiter oben beginnende Schneelandschaft. Von der Größe der Parkplätze zu schließen, ist hier ein großes Skigelände, nicht sehr weit von Auckland und gut erreichbar.

Als wir um 16:10 Uhr unser Camp erreichen, scheint die Sonne immer noch, aber über dem Lake Taupo bilden sich neue Wolken. Das Chateau liegt auf 1140 Meter über NN, die Baumgrenze liegt, wie wir zuvor schon festgestellt haben sehr niedrig, bei 1200 bis 1250 Metern. Whakapapa Village ist der Name der Anwesen um das Chateau herum.

Bei herrlichem Sonnenschein unternehmen wir noch einen 2-stündigen Spaziergang durch die Buschlandschaft zu den Taranaki Falls. Seitlich der Flußtäler durchqueren wir auch Urwaldgebiete, allerdings niedriger Baumhöhe von max. 15 Metern. Der größte Teil des Weges führt entlang eines Flusses, an mehreren kleinen Wasserfällen vorbei bis zu den über 25 Meter hohen Taranaki-Fällen. Auch hier sind die Vögel singfreudig und bereiten uns viel Freude. Jetzt geht der Mond als ganz schmale Sichel auf und der Tag verabschiedet sich mit strahlendem Sonnenschein, wie er schon begonnen hatte.

Auf eine bei der Vorplanung mal locker vorgesehene Besteigung des Ruahepu müssen wir verzichten, denn der Berg ist bereits knapp unter 2000 Metern mit Schnee bedeckt und dafür sind wir nicht ausgerüstet. Außerdem muß man wohl in jedem Fall einen kundigen Bergführer nehmen. Die Entscheidung fällt uns nicht schwer, denn wir wollen morgen mittag bereits weiter. Für eine Besteigung müßten wir jedoch noch mindestens 2 Tage bleiben.

Ich schreibe heute wieder einige Postkarten, an alle Messings, Eberhard Mayer, Stuhlfauth und die IBM (Maori-Postkarte mit Begrüßung Zungerausstrecken).

Folgender Text geht an die Arbeitskollegen:.

"Kia ora, liebe Kollegen,
dieses herrliche, sehr ferne Neuseeland bringt uns täglich neue und interessante Überraschungen. Ich möchte Sie nicht neidisch machen, aber dieser Urlaub wird der schönste und ereignisreichste -dies kann ich nach dem ersten Drittel schon sagen- unseres Lebens werden. Obwohl es überaus viel Verkaufsangebote von Land und Häusern gibt, kommen wir wohl erst einmal wieder zurück. Bis bald!
Die vorderseitigen Gesten sind übrigens Begrüßungsritual der Maoris."

Der Campingplatz hier enttäuscht uns nach den bisherigen Erfahrungen ein wenig, zumal wir hier den Spitzenpreis von 19 NS$ bezahlen müssen. Man kann nicht sagen, daß es nicht sauber ist, aber in der Küche riecht es ein wenig unangenehm, was vielleicht mit der relativ hohen Belegung und der Tatsache, daß der Küchenraum auch Eß- und Aufenthaltsraum ist, zusammenhängt. Auch die Sanitäranlagen bedürften einer Verbesserung.

Brigitte:

Wie geplant nehmen wir an der Cruise mit der "Ernest Kemp" teil. Das Wasser des Lake Taupo ist glasklar und sogar im Hafen können wir bis auf den Grund sehen. Der Kapitän redet und erklärt in einer Tour über die Maori-Geschichte, die Entstehung des Sees, Besiedlung, Wasserqualität (Trinkwasser ohne jegliche weitere Aufbereitung) und Tiefe des Sees usw. Es ist anstrengend, die ganze Zeit aufmerksam zuzuhören und wir verstehen bei dem Tempo auch nicht alles. Donald und Daisy, ein Entenpaar begleiten uns eine zeitlang. Ihre Ausdauer wird mit einigen Brotstücken belohnt. Wir fahren weit auf den See hinaus, vorbei an Siedlungen und schönen Stränden bis zu den Rock Carvings. Hier ist das Gesicht eines Maori-Häuptlings riesengroß in eine Felswand gemeißelt. Rechts davon noch einige kleine Felsbilder. Sodann tuckert das Boot vorbei an mehreren geschützten Badebuchten zurück in den Hafen von Taupo. Hier finden wir endlich Hosenträger für Hartmut, die schon so lange auf unserer Einkaufsliste stehen.

In Turangi pausieren wir und essen eine Pizza vom Takeaway und fahren dann weiter zum Tongariro-Nationalpark. Das Ruapehu-Massiv grüßt uns schon seit gestern mit seinen schneebedeckten Gipfeln. Hartmut hat es von fast allen Seiten fotografiert. Ein Wegweiser verleitet uns zu einem kurzen Abstecher. Nach ca. 2 Kilometern kommen wir zum "E. Hillary Outdoor Leadership Centre". Wir denken, daß dies ein Trainingscamp ist mit einem schönen Ausblick auf das gesamte Massiv des Ruapehu. Vorbei am Chateau Tongariro, einem First-Class-Hotel in englischem Plüsch und Plunder ausgestattet, fahren wir auf steil gewundener, gut ausgebauter Straße noch 6 Kilometer weiter zum Wintersportdorf Ivikau-Village, einer grau-schwarzen Steinwüste, die jetzt ohne Schnee nicht gerade einladend ausschaut. Das ganze Gebiet ist mit Skilifts und Pisten übersäht. Da es keinen richtigen, oder sagen wir gewachsenen Ortskern gibt wirkt das Ganze sehr künstlich.

Zurück in Whakapapa-Village belegen wir den Platz Nr. 20 auf dem Motor-Camp. Es gibt hier wenig Beanstandungen. Nach der Ankunft genehmigen wir uns Kaffee und Rosinenkuchen und wandern dann bei trockenem und teils sonnigem Wetter zu den Taranaki-Falls (2,5 Stunden). Zuerst geht es über ödes Buschland, doch dann verläuft der Track im Wald am Taranaki-Fluß hinauf zu den Lower-Falls, einem tiefen Canyon mit Wasserfall und weiter zum eigentlichen großen Wasserfall.

Zum Abendessen gibt es die Filetsteaks zu 3,5 NS$.



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