Aufenthalt Rotorua, Fahrt nach TaupoDi. 16.11.93.
Hartmut:
Wir bleiben heute Vormittag in Rotorua, um noch Ohinemutu
Im Whakarewarewa Vulkangarten kaufen wir eine CD des Maori-Chores und einige weitere Mitbringsel von diesem einmaligen Ort. Wir befinden uns jetzt an an der Straße nach Taupo beim Geothermischen Kraftwerk Ohaaki. Es liegt ja schon nahe, diese Menge an vulkanischer Wärme zur Stromerzeugung auszunutzen. Ganz einfach, ohne Eingriff in die Landschaft und ohne anfängliche Rückschläge mangels weltweiter Erfahrung geht das aber nicht. Leider sind hier keine Besichtigungen der Anlagen vorgesehen. Es ist jetzt 16:30 auf dem Weg nach Taupo und wir sehen eine weitere geothermische Anlage zur Stromerzeugung bei Wairakei. Hier gibt es ein großzügiges Informationszentrum mit Großbildern und eine Video-Schau, was eineinviertel Stunde beansprucht. Draußen kann man die von den Betreibern angelegten Straßen befahren, was wir natürlich auch tun. Schließlich haben wir Urlaub und Zeit und sind auch neugierig Neues zu sehen. Unterwegs kommen wir noch zu den beeindruckenden Huka Falls, die vom Huka River, aus dem Lake Taupo kommend, gespeist werden. Im Winter hat der Fluß hier 10,5°C, im Sommer erwärmt er sich bis auf 22,5°C. In dieser schmalen Schlucht dürfte der Fluß heute eine Geschwindigkeit von ca. 6 Meter pro Sekunde erreichen. Die momentane Wasserhöhe liegt bei etwa 2 Metern. Das Wildwasser hat eine fast nicht zu beschreibende klare Farbe von blau bis ins grün hinein, was sich besonders am Wassserfall zeigt. Der auch hier auf Gäste wartende Hubschrauber kommt nicht zum Einsatz. Wir nehmen an, daß er für die 36 NS$ pro Person den Canyon durchfliegt. Nach der Besichtigung der Huka-Falls vor Taupo (20 Minuten) fahren wir um 17:15 Uhr weiter. Dabei stoßen wir auf die leider schon geschlossene Huka-Village, eine wiedererrichtete Goldgräberstadt, zu der wir ein offenes Tor finden und wenigstens einige Fotos bei Sonnenschein schießen können. Um 18:00 Uhr erreichen das vorgesehene Kiwi-Camp, den Acacia Holiday Park außerhalb von Taupo. Das Camp liegt an einem sanften Hang des Lake Taupo, oberhalb der Straße mit Blick auf den See und das schneebedeckte Tongariro-Massiv, den Ruapehu, im Süden. Heute war wieder ein schöner und ereignisreicher Tag, vor allem liegt mir noch das stimmgewaltige Konzert der Maoris in den Ohren. Der Abend bringt uns noch ein herrliches Abendrot mit karminroter, leichter Bewölkung und in der Ferne dem Ruapehu-Massiv. Hoffentlich kann ich diese Stimmung im Foto festhalten. Die Nacht bietet uns einen Sternenhimmel in einer Klarheit, wie ich ihn, wenn überhaupt, nur ausgangs der 40-er Jahre nach meiner Erinnerung gesehen habe. Die Zahl der Sterne hier am südlichen Himmel ist überwältigend. Brigitte:Wieder ein schöner Tag. Zuerst bleiben wir noch in Rotorua und fahren zum District Council House, ein hübsches Bauwerk -ich würde sagen victorianisch- rotes Fachwerk mit strahlendem Weiß ausgefüllt, mit Türmchen und Erkern. Dies ist heute ein Badehaus. Davor tummeln sich weiß gekleidete Damen und meist Herren bei Krickett und Bowling. Very britisch .... Wir besuchen dann den Stadtteil Ohinemutu, eine Maori-Ansiedlung am See mit sehr schönem Versammlungshaus und Maori-Crafts. Überall heißer Dampf und Mud-pools. Die Häuser und der Friedhof wie in Whakarewarewa. Besonders zu erwähnen ist die eindruckvolle anglikanische Kirche mit Maori-carvings und ganz in Holz. Davor auf einem typischen Maori-Holzsockel und das Ganze überdacht prankt eine Büste der Königin Victoria. Doch diese Büste ist ein Fremdkörper in dieser Umgebung. Von hier aus fahren wir wieder nach Whakarewarewa zum Folklore Concert. In dem großen, mit kunstvollen Schnitzereien ausgestattetem Versammlungshaus (Marae) müssen wir vor dem Eintritt die Schuhe lassen und erleben dann 30 Minuten unvergessliche Gesangs- und Tanzvorführungen. Wir kaufen eine CD davon und ein paar Geschenke. Hier beim Konzert laufen uns nun zum dritten Mal die drei Mädchen aus Nürnberg über den Weg. Wir begrüßen uns mit großem Hallo und verabschieden uns wieder mit "dann, bis zum nächsten Mal". Jetzt starten wir zu unserem heutigen Tagesziel Taupo. Halt beim Geothermal Kraftwerk Ohaaki. Eine ziemlich große Anlage mit riesigem Kühlturm, die wir nur von der Zufahrtsstraße anschauen können. Ähnlich etwas weiter beim Kraftwerk Wairakei. Dann finden wir das Informationszentrum, wo wir die Gesamtanlage der einzelnen Kraftwerke in Großfotos, Modell und Video ansehen können. Sehr aufschlußreich finde ich, daß dieses Land hier den Maoris gehört. Weiter ist interessant, daß das heiße Wasser in die Erde zurückgeleitet wird (Injection). Durch die dicken Rohre, die meist oberirdisch geführt sind, wird zur Energiegewinnung aber nur der heiße Dampf zur zentralen Umwandlung geleitet. Das heiße Wasser selbst würde in 2 Jahren bereits die Rohre mit Silikatablagerungen verstopft haben (wie anfangs der Produktion geschehen!).
Später einem Hinweisschild "Huka-Village"
Das Acacia-Holiday-Camp liegt sehr schön nahe am See, ist weitläufig und kaum belegt. Für morgen früh haben wir eine 2-stündige Boot Cruise über den Lake Taupo angemeldet. Der freundliche Mann im Office verspricht, die Buchung gleich in der Früh zu erledigen. Auf der ganzen Strecke von Rotorua bis hier nach Taupo sind wir durch blühende Ginsterbüsche und gelbe Lupinen gefahren, zu beiden Seiten der Straße Ocker, helles Gelb und Grün. Jetzt, viertel nach acht abends verblüffendes Abendrot, ziegelrot, wie bei uns noch nie gesehen, dazwischen die ganz feine Sichel des zunehmenden Mondes wie ein gezirkelter Halbkreis. Zum Abendessen gibt es Satee und Beef-Curry mit Reis vom Takeaway. |
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