KmZeit von bisBeschreibung
 
 09:30Fahrt Coromandel --> Hahei
054 Besichtigung Kauri Grove
 14:00-14:30Besuch Hot Water Beach
  Wanderung zur Cathedral Cove (bei Flut)
03216:30Ü: Hahei Beach Holidays Ltd.
086 Tageskilometer und Fahrzeit

Fahrt nach Hahei und Aufenthalt

Sa. 13.11.93.

Temperatur:07:3012° C
Wetter morgens: Starke Bewölkung mit sonnigen Auflockerungen
Wetter tags: Sonnig und warm

 
Brigitte     Hartmut

Hartmut:

Heute steht die Durchquerung der Coromandel mit Ziel Hahei auf dem Programm, eine kurze, aber hoffentlich erlebnisreiche Fahrt. Der Coromandel ist ein Gebirgszug bis zu knapp 700 Meter Höhe, der sich ins Meer erstreckt und damit die Halbinsel bildet. Das hügelige Gelände ist reich mit Urwald bedeckt und von zahlreichen Bächen und kleinen Flüssen durchzogen. Bei der Durch- bzw. Überquerung zur Ostküste wollen wir deshalb besonderen Augenmerk auf Fauna und Flora legen.

Wie erwartet, können wir Vogelstimmen aufnehmen, vom Fantail und anderen im dichten Laub des Urwaldes nicht zu bestimmenden Vögeln (am Kauri-Grove).

Nach einer gemütlichen Fahrt, natürlich über unbefestigte und manchmal auch schlechte Straße mit Schlaglöchern, kommen wir zum um ca. 14 Uhr beim Hot Water Beach an.

Mit leicht angesengten Füßen verlassen wir um 14:30 dieses Wunder, nicht ohne vorher noch einige Fotos von einem Groß-Schmetterling, der aber ziemlich scheu ist und bereits bei Annäherung auf 5 Meter das Weite sucht, mit dem Tele zu schießen. Von hier fahren wir zunächst die paar Kilometer zur Cook's Bay zum Spaziergang. Der Ort mit seinen einfallslosen, aneinandergereihten Ferienhäusern und einfallslos angelegten Vorgärten ohne Besonderheiten enttäuscht uns sehr, sodaß wir gleich nach Hahei weiterfahren.

Nach ein paar weiteren Kilometern Fahrt erreichen wir unser letztes Tagesziel Hahei und besetzen gleich im Hahei Motor Park, zum Hahei Beach Holidays Camp gehörend, auf dem sehr großen Platz unseren Standort, sicher hinter dem Deich vor Wind. Der Platz ist normal belegt, natürlich auch wieder von Maui-Fahrzeugen.

Aus Neugierde auf den Ort, der eine liebenswerte Feriensiedlung ist, unternehmen wir gleich eine Wanderung, die uns bei dem schönen, warmen Wetter zur Attraktion der Gegend, der Cathedral Cove, führt. Allerdings ist der Weg dorthin weiter als erwartet (eineinhalb Stunden hin und zurück), aber äußerst lohnend. Da wir wegen der Flut nicht wagen, die Cathedral Cove auf die andere Seite zu durchqueren, werden wir gleich morgen früh bei Ebbe wiederkommen. Sehr beeindruckend diese Höhle mit dem dahinter steil aus dem Meer aufragenden Felsen, dem Te Hoho. Aus einer bestimmten Position innerhalb der Cove könnte man den Eindruck haben, daß dieser Felsen genau in die Höhle paßt und eigentlich nur ins Meer hinaus verschoben ist. Der Spaziergang führt uns auf den Klippen an urwaldähnlichen Strauch- und Baumbeständen vorbei. Wir sehen riesige Mimosenbäume, Unmengen verschiedenfarbigem Fingerhut von lila, über rosa bis weiß in voller Blüte, soviel wie noch nie im Leben gesehen.

Auf dem Rückweg zum Camper wollen wir eigentlich im einzigen Restaurant von Hahei zum Abendessen einkehren. Wie wir uns eigentlich hätten denken können, ist -zumal am Samstagabend- alles reserviert. Doch wolle man uns draußen bedienen. Gesagt, getan, doch kurz nachdem wir die Essenbestellung aufgegeben haben, fängt es leicht an zu regnen, sodaß wir das Essen wieder abbestellen müssen. Schade, es ist ein nettes Lokal und empfehlenswert.

Als Gesamteindruck ist anzumerken, daß dieser sonnige Tag voll unsere Erwartungen getroffen bzw. überstiegen hat. Wir sind also sehr zufrieden mit diesem vergangenen Tag.

Was uns schon seit einigen Tagen auffällt ist die große Zahl der überall zum Verkauf stehenden Häuser und Grundstücke, bis hin zu ganzen Farmen und Wäldern. Wenn wir aus unserer momentaner Sicht eine Beliebtheitsskala der Standorte, wo wir uns einen längeren Aufenthalt vorstellen könnten, so wäre die Reihenfolge:

  1. Russel

    Idyllische Strandpromenade, aufgelockerte Bauweise der Häuser, die Grundstücke ziehen sich großflächig um den Halbkreis der Bucht nach oben hin und auch Villen. Hier ein Haus zu haben wäre schon ein Traum. Auch das Hinterland mit seinen Urwäldern und Hügeln bis zum Cape Brett hat seine speziellen Reize und ist sehr attraktiv.

  2. Paihia

    Gegenübergelegen das Pahia mit professioneller Infrastruktur, Hotels, Restaurants und Geschäften. Sehr schöne und gepflegte Privatanwesen.

  3. Hahei

    Ganz besonders schön von der Anlage der Häuser mit den sehr gepflegten Vor- und Gärten ist es in Hahei. Dafür fehlt jedoch vollkommen die Infrastruktur bis auf das eine Restaurant. Hier ist man sicherlich sehr stark auf die Stadt Whitianga angewiesen. Auch die Hügel der Coromandel direkt im Anschluß sind landschaftlich sehr attraktiv, aber dem Ort fehlt halt die Infrastruktur.

Brigitte:

Über eine stellenweise schlechte und kurvenreiche Straße fahren wir von der Westküste der Coromandel ins Innere der Halbinsel. Die Straße führt den Namen 309 Ro. Halt an einem Wasserfall. Auf einem kurzen Fußweg durch einen Zauberwald kommen wir zu einem kleinen Teich mit Wasserfall. Es ist wunderschön und romantisch hier. Nächster Halt: Kauri Grove. Wir folgen dem Wanderweg und stehen vor den Urwaldriesen. Diese Bäume sind schon beeindruckend. Gut, daß sie nun unter Schutz stehen und nicht mehr gefällt werden dürfen.

Am frühen Nachmittag erreichen wir die Hot Water Beach. Was ich im Reiseführer darüber gelesen habe, konnte ich mir nicht vorstellen. Aber jetzt sehen wir in einiger Entfernung eine für hiesige Verhältnisse größere Menschenansammlung. Wir ziehen Schuhe und Strümpfe aus und kurze Hosen an und wandern am Wasser entlang dorthin. Es ist kaum zu beschreiben. Die Leute haben sich mit Schaufeln und/oder Händen regelrechte Badepools ausgehoben, in denen sie in dampfend heißem Wasser liegen. An einigen Stellen ist der Boden so heiß, daß man sich die Füße verbrennen kann. Wir halten uns etwa eine Stunde hier auf und der Spaß geht langsam zu Ende, weil die Flut einsetzt und die Badenden mit einem Schwall noch sehr kalten Meerwassers aus den Pools vertreibt und diese selbst wieder einebnet. Wir wandern noch ein wenig einen bebauten Hügel hinauf, um uns die hübschen Ferienhäuser mit teilweise wunderschön blühenden Gärten anzuschauen.

Von hier fahren wir ein paar Kilometer weiter zur Cook-Beach. Auch hier soll Captain Cook zum erstem Mal seinen Fuß auf neuseeländischen Boden gesetzt haben. Die Beach hat einen langen weißen Sandstrand mit Dünen, so wie wir es von der Ostsee her kennen.

Jetzt sind wir in Hahei. Das ist wirklich ein besonderer Ort! Wunderschöne Häuser und Grundstücke, der Campingplatz großzügig und schon ganz gut gefüllt für diese Jahreszeit. Im nächsten Monat schon wird es hier sicherlich heiß hergehen. Da es noch recht früh am Nachmittag ist, machen wir uns heute schon auf den Weg zur Cathedral Cove, obwohl wir wissen, daß uns dort High Tide erwartet. So können wir wegen der Brandung nicht durch den Felsen auf die andere Seite gelangen. Wir kommen aber bis kurz vor den Ausgang, können den Te Hoho und den Strand einsehen. Auch hier ist ein sehr schöner, sauberer Strand begrenzt von der Steilküste. Wir finden auch den Wasserfall, der als Süßwasserdusche nach dem Baden genutzt wird.

Der Rückweg schlaucht uns ziemlich, immer auf und ab. So wollen wir uns mit einem guten Abendessen im "Breakers" belohnen. Ein schönes Lokal, aber für uns gibt es nur noch Platz im Freien. Wir bestellen das Essen, bekommen unser Bier und dann beginnt es zu regnen. Problemlos können wir abbestellen und braten im Cook-House des Campingplatzes Spiegeleier. Uns schmeckt auch das prima, denn wir haben mächtig Hunger.

Ich gehe gerne in diese Gemeinschaftsküchen. Da kommt es immer zu interessanten Gesprächen. Heute morgen traf ich z.B. einen jungen Schweizer bei der Zubereitung einer Milchflasche. Er ist mit Frau und Baby ein halbes Jahr in Neuseeland. Wenig später komme ich ins Gespräch mit einem jungen Koreaner. Hauptsächlich trifft man hier junge Leute, die längere Zeit hierbleiben.



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