Paihia, Schifftour zum Cape BrettDo. 11.11.93.
Hartmut:Wir fahren zur Anlegestelle Paihia, um unsere Tickets zu kaufen. Obwohl es gerade erst kurz nach 7:30 Uhr ist, bekommen wir für die Tour um 9:00 Uhr keine Karten mehr, weil soviel Vorbestellungen vorliegen. Also entschließen wir uns, die Nachmittagstour zu buchen, wenn auch das Wetter wieder schlechter zu werden scheint. Um die Zeit bis 14:00 Uhr zu überbrücken, fahren wir zum Waitangi National Reserve, um von hier aus eine Wanderung in Richtung der Haruru Falls zu unternehmen. Der Weg führt uns oberhalb des Haruru River durch dunklen und feuchten Urwald und in einen ausgedehnten Mangrovenwald, durch den ein gut ausgebauter und breiter Steg läuft. Nach dem ausgedehnten Spaziergang sind wir rechtzeitig zurück an der Anlegestelle des Bootes. Start zur Schiffstour Cape Brett. Es ist ca. 18°C warm, der Himmel nach wie vor zugezogen, leichter Wind, vielleicht bleibt es trocken. Um es vorweg zu nehmen, es ist trockengeblieben und am Spätnachmittag hat sich sogar der Wolkenverband aufgelöst und wir konnten uns beim Stopover in Otehai (einem Fuller-Restaurant, idyllisch in einer Inselbucht gelegen) in strahlender Sonne bei min. 24°C wärmen. Während der Bootsfahrt an vielen der 144 Inseln vorbei bis zur "Hole in the Rock" beim Cape Brett erhalten wir vom Kapitän ausreichende Informationen über die vorbeigleitende Landschaft und ihre Entwicklungsgeschichte. Nach der Durchfahrt der Meerenge bei der Hurupukapuka-Insel sind wir auf's offene Meer hinaus und haben dort einigen Wellengang. Unser Schiff mit 16 bis 18 Metern Länge und 8 Meter Breite hat hier schon mächtig geschaukelt. Am Cape Brett fahren wir dann genüßlich und äußerst langsam in den Felsendom hinein und obwohl es noch kurz vor der Höhle so ausschaut, daß das Boot nicht hineinpaßt, ist dann innen noch auf jeder Seite über einen Meter Platz. Schließlich ist das Schiff für diese Attraktion gebaut worden. Innen in der Höhle ist das Wasser völlig ruhig, sodaß wir einige Zeit den Dom ausgiebig betrachten und/oder fotografieren können. Der Kapitän hat trotz des starken Wellenganges um den Felsen herum keinerlei Probleme mit seinem Schiff und fährt uns zu unserer Überaschung in eine weitere, aber nicht so tiefe Höhle, in die sog. Kathedrale. Pünktlich um 17:30 Uhr erreichen wir Paihia bei etwas Sonnenschein. Wir fahren dann sogleich zu unserem nächsten Campingplatz außerhalb Paihia's, dem Haruru Falls Motor Inn. Später treffen wir hier die 3-köpfige Mädchengruppe aus Nürnberg mit ihrem "VW"-Camper vom Cape Reinga Campingplatz wieder.
Auch dieser Platz
Alles in allem hat uns Neuseeland auch heute wieder einen erlebnisreichen Tag mit intensiven Eindrücken beschert. Wegen des bereits am frühen Morgen ausgebuchten Bootes habe ich mich ganz schön geärgert. So extrem, daß fast alles nur mit Vorbestellung geht, habe ich es nicht erwartet. Aber die Tour ist ja sehr bekannt und das Unternehmen Fuller, das hier bis herauf zum Cape Reinga alles in fester Hand hat, hat so kein Risiko. Brigitte:Um 7:30 Uhr sind wir bereits an der Schiffsanlegestelle zur Ausfahrt Cape Brett. Das Schiff ab 9:00 Uhr ist ausgebucht. Also lösen wir Karten für die Nachmittagstour und wandern jetzt zu den Haruru-Falls, ausgehend vom Golfplatz Waitangi bis zu den Mangrovensümpfen. Durch die Sümpfe führt ein ca. 300 Meter langer Holzsteg. So weit das Auge reicht Mangroven, große und kleine mit ihren Luftwurzeln, manche behängt mit langen Flechten-Bärten. Auf der Oberfläche des Sumpfes unzählige kleine Löcher, durch die die Faulgase entweichen. Wenn sich ein neues Loch auftut, knallt es ziemlich laut. Dazwischen wuseln kleine Krebse und Krabben. Der Wald, wie überall hier in Neuseeland, besteht aus:
Vögel: ein fasanengroßer Hühnervogel mit einem wippenden Krönchen auf dem Kopf und ein großer schwarzer Hühnervogel mit 2 weißen, etwas aufgeblähten Kehlsäcken. Wir beobachten ca. 2 Meter von uns entfernt Hahn und Henne der ersten Sorte (Quail) beim Balzgehabe. Wir sehen ebenfalls die Beos, wie wir sie nennen, weil sie uns an unseren Beo erinnern mit dem typischen Augenfleck und dem durchdringenden Geschrei. Es handelt sich hier um den Myna. Wir sehen und hören Amseln und Drosseln mit sehr schönem Gesang, außerdem die kleinen braunen Vögel, die uns an unser Rotkehlchen erinnern mit spitzen Schnäbelchen und lieblichem Gesang (Neuseeland Robin). Wiederholt umfliegen uns neugierig kleine Vögelchen, braun-weiß mit langem Schwanz. Sie sind sehr lebhaft, kommen direkt auf uns zu und umflattern uns bis in einem halben Meter Abstand. Diese Fantails werden Hartmut's Lieblingsvogel. 1:30 Uhr p.m. verläßt das Ausflugsschiff mit uns den Hafen. Der Himmel ist bedeckt, einen kurzen Regenschauer müssen wir über uns ergehen lassen. Auf See wird es jetzt zusehends besser. Das Schiff nimmt Kurs auf Cape Brett, vorbei an Russel, die Inseln Moturua, Motuaruhia, Urupukapuka zur "Hole in the Rock" und zurück nach Otehei auf der Insel Urupukapuka. Aufenthalt mit Submarine. In einem Boot mit Unterwasserfenstern können wir hiesige Fische beobachten, die von Bord aus mit Futter angelockt werden. Nach Hollywood-Manier werden wir ganz schön verschaukelt für je 10 NS$, denn die ganze Zeit ertönen Sonargeräusche, Schiffskommandos und Alarmgeläute. Das wäre nicht notwendig! Danach noch eine halbe Stunde Pause auf Otehei bei strahlendem Sonnenschein. (Otehei ist ein einziges Haus, nämlich ein einfaches Restaurant der Fuller-Betriebe). 5:30 Uhr p.m. sind wir wieder in Paihia. Auf dem Schiff treffen wir die drei Mädchen aus Nürnberg wieder. Zur Übernachtung sind wir jetzt auf dem Platz an den Haruru-Falls. Uns gegenüber liegt der beleuchtete Wasserfall. Im Wagen hört man nur ein leises Rauschen. Zum Essen gibt es überbackene Spagetti aus dem Mikro. Nach uns kommen auch die Nürnbergerinnen hier an und so wurde ich die restlichen Spagetti los. Es beginnt wieder zu regnen. Morgen wollen wir eine größere Strecke direkt zur Coromandel Halbinsel fahren. Wir sind etwa einen halben Tag hinter unserem Zeitplan zurück. |
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