Fahrt Kaitaia --> Cape ReingaDi. 9.11.93.
Hartmut:Besuch des Wageners Museum. Nach all dem Gerümpel und auch tw. Schrott, der hier zu finden ist, kann ich meinen Söhnen nur empfehlen. mein Computermuseum beizubehalten, denn irgendwann bringt dieses bares Geld. Von der Museumsleitung wurde der Versuch unternommen, alle Gegenstände wenigstens im Ausstellungsraum zusammenzufassen, trotzdem herrscht ein Chaos untereinander, weil die Einteilung der gesammelten Gegenstände weder zeitlich noch sachlich zusammenpaßt. Folgende Aufstellung mag dies verdeutlichen:
Hier kostet der Eintritt z.B. 6 NS$ pro Person, im Andenkenladen kaufen wir für 30 NS$ ein verbilligtes, gutes T-Shirt für Hartmut. Nach einigen Außenaufnahmen bei strahlender Sonne fahren wir dann um 11:10 Uhr weiter. Von hier zum Cape Reinga sind es noch 75 Kilometer. Jetzt kommt also die berühmte Schotterpiste. Nach wie vor herrscht strahlender Sonnenschein und es ist mind. 20°C warm. Ankunft um 12:45 Uhr am Cape Reinga. Bestes Fotografierwetter mit guter Fernsicht auf das Meer und die Umgebung. Wir sehen gut die beiden Inseln, von denen der Sage nach die Seelen der Maori ins Meer tauchen, um nach Hawaiki, dem Land ihrer Herkunft, zurückzukehren. Hier ein wunderschöner Blick von oben auf das Meer mit seinen Schaumkronen beim Zusammentreffen der Tasman See mit dem Pazifischen Ozean. Beidseits der Felsenklippen liegen schöne, weiße Sandstrände mit bis zu 8 Metern hohen Dünen. Die gefürchtete Schotterstraße ist in viel besserem Zustand als erwartet. Die ganze Fahrt führt durch eine wunderschöne, abwechslungsreiche Landschaft mit reichlich Wald und riesigen Weideflächen für tausende von Rindern und noch mehr Schafen. Die Straße windet sich entlang und über die Hügel von bis zu 250 Metern Höhe und hat nur kurze Gerade. Die Fahrerei mit dem Camper ist daher nicht ganz einfach, zumal auch die Kurven sehr eng bis zu 270° sind. Die Straße würde bei uns einen besonderen Namen erhalten und in den Autokarten als Straße durch eine besonders bemerkenswerte Landschaft gekennzeichnet sein. 23° C mit purem Sonnenschein am Cape Reinga. Nach einem spannenden steilen Ab- und Aufstieg zur Bucht (151 Höhenmeter unterhalb des Leuchtturmes). Hier am Cape Reinga bringen wir unsere ersten Postkarten auf den Weg in die Heimat an:
In dem unvermeidlichen Andenkenladen steht dazu ein Postkasten zur Verfügung. Hoffentlich erhalten die Karten einen entsprechenden Poststempel. Zu spät für diese Sendung kaufen wir Sondermarken kreisrund und mit einer Kiwidarstellung. Um 16:20 Uhr fahren wir zu dem nahegelegenen Campingplatz Tapotupotu Bay 3 Kilometer östlich von Cape Reinga. Die Zufahrt ist hier noch schmaler als zum Cape Reinga und schon ein wenig abenteuerlich. Doch bei vorsichtiger Fahrweise und trockener Schotterstraße lassen einen die steilen Abhänge links und rechts fast kalt. Schließlich haben wir ja schon einige Übung jetzt. Am Ende der zuletzt steil nach unten führenden Straße eröffnet sich ganz plötzlich ein Tal und eine herrliche Bucht mit strahlend weißem Sand und tiefblauem Meer mit schäumender Gischt. Nach rechts öffnet sich ein 1 Kilometer langes Tal, in dessen Mitte der nicht bewirtschaftete Campingplatz liegt. Ein selten schön gelegener Platz in Natur pur Umgebung. Vor uns das flache Wasser der Bay bzw. der Sandstrand, gegenüber die ca. 100 Meter hohen, mit Urwald bewachsenen Berge, die die Bay vom offenen Meer trennen. Dieses Tal liegt u.E. vom frühen Morgen bis spät abends in der Sonne. Mit diesem Platz haben wir ein selten schönes Stückchen Erde entdeckt und es gehört wohl auch zu den sog. Geheimtips unter den Wanderern und Weltenbummlern. Es wird uns jetzt an einem solchen Ort immer klarer, daß Neuseeland jeden Tag ein neues Erlebnis bzw. Wunder zu bieten hat. Im Tapotupotu Camp um 16:30 Uhr. Hier auf diesem Campingplatz, der frisches, kaltes Wasser und saubere Facilities bietet, aber über keinen Stromanschluß verfügt, gibt es -wie bisher gewohnt- kein Office. Am Eingang des Platzes trägt man sich in ein dort verfügbares Formular ein, berechnet den Übernachtungspreis (5 NS$ pro Person) und steckt beides im Briefumschlag in eine verschlossene Box. Camper sind halt überall ehrliche Leute! Mit uns sind hier noch 2 Wohnwagen, 3 Zelte und eine größere Jugendgruppe mit Führer in einem Großzelt auf dem Platz. Zum Abendessen gibt es Spagetti aus der Dose, was sich als Gewürzsoße für Spagetti herausstellt. Auch das kann anfangs beim Einkauf in einem fremden Land passieren, ich hatte ein Spagetti-Fertiggericht kaufen wollen. Jetzt um 8:30 pm ist es stockfinster und wir planen wie an jedem Abend die Aktivitäten und die Fahrtroute des nächsten Tages, da wir ja bereits einiges gegenüber dem ursprünglichen Plan geändert haben. Brigitte:
Der erste durchweg sonnige Tag. In Kaitaia finden wir in dem
AA-Informationszentrum eine ganze Menge der so dringend benötigten
Straßenkarten und Stadtpläne, sogar von der Südinsel.
So gerüstet, beginnt unsere Fahrt zum Cape Reinga. Über die Halbinsel
führt eine Straße, die gut ausgebaut ist bis auf die letzten 24
Kilometer durch Maoriland.
Auf halber Strecke machen wir einen Abstecher zur Wagener-Farm
Für Hartmut haben wir ein Hemd gekauft, nachdem wir den Preis wegen eines kleinen Flecks um 10 NS$ herunterhandeln konnten. Danach geht's weiter auf der Straße zum Cape Reinga. Die letzten Kilometer auf einer Schotterpiste. Von Kaitaia an haben wir praktisch die ganze Straße für uns alleine, vor uns niemand, hinter uns niemand. Die Landschaft ist auf der ganzen Strecke stark hügelig bis bergig, und immer wieder tun sich plötzlich atemberaubende Aussichten auf. Gegen 13 Uhr kommen wir zum Cape Reinga. An der Busstation parken wir, gehen ein paar Meter aufwärts, vorbei an Kiosk und Servicestation, dann abwärts zum Leuchtturm. Ein halsbrecherischer, steiler Pfad führt uns hinab zum eigentlichen Cape. Wir kommen ziemlich weit, kehren dann aber um und steigen die Sanddüne zum Strand hinab. Zu unserer Ehrenrettung sei vermerkt, daß niemand in der gesamten Zeit unseres Aufenthaltes hier an die Spitze des Cape's, wo die Tasman-See und der Pazifische Ozean aufeinanderstoßen, gelangt. Ein junger Mann mit offensichtlicher Bergsteigererfahrung kommt ein Stückchen weiter als wir, dann kehrt auch er um. Vielleicht geht es auch gar nicht bis ganz nach vorne. Cape Reinga ist Land der Maoris und für diese ein heiliger Ort. Hier verlassen nach alter Überlieferung die Seelen der verstorbenen Maori die Insel, um nach Hawaiki, der ursprünglichen Heimat zurückzukehren. Sie schwimmen von hier zu den beiden vorgelagerten Inseln, winken herüber und tauchen dann für immer ins Meer. Wir beschließen, auf den angegebenen Campingplatz zu fahren, da es hier oben am Parkplatz ziemlich stürmt; und das ist nachts nicht ganz angenehm. Tapotupotu - ein Platz ohne Aufsicht und ohne Strom und warmes Wasser. In einem Unterstand wird der Besucher aufgefordert, eine Karte auszufüllen und einen Betrag von 5 NS$ für die Unterhaltung und Pflege des Platzes in die verschlossene Box zu geben. Der Platz liegt in einer Bucht mit weißem Sandstrand und Schaumkämmen auf den Wellen, gepflegtem Rasen und ist sehr einsam gelegen. Außer uns sind hier noch 3 Wohnmobile, 3 Zelte und eine englisch sprechende Jugendgruppe in einem großen Gemeinschaftszelt. Hier gefällt es uns sehr gut und wir werden die Nacht auch hier verbringen. Barfuß unternehmen wir noch vor dem Abendessen einen Strandspaziergang. Das Wasser ist gar nicht mal so kalt. Unsere nächsten Nachbarn entpuppen sich als Deutsche, drei junge Mädchen aus Nürnberg. Zum Essen gibt es Spagetti mit Hackfleisch, aber ohne die richtigen Zutaten schmeckt es nicht wie gewohnt. |
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