Fahrt Paihia --> KaitaiaMo. 8.11.93.
Hartmut:Heute haben wir vor, die Schiffstour zum Cape Brett zu machen und sind deshalb so früh, um an der Anlegestelle in Paihia Karten zu kaufen. Doch wegen des nicht besser werdenden Wetters entscheiden wir nun, daß wir heute weiter nach Norden fahren und auf der Rückfahrt noch einmal nach Paihia kommen, um dann die Schiffstour in der Bay of Islands zu unternehmen. Bevor wir losfahren, kaufen wir zuerst noch in Paihia ein, u.a. decken wir uns mit Bier und einem trockenen Rotwein im 3 Liter Karton ein. Dieser wohlschmeckende Wein, eine Mischung aus australischem und neuseeländischem Rotwein, wird uns die ganze Reise begleiten.
Wir unternehmen vormittags noch einen Foto-Spaziergang am Waitangi Maori Memorial
Auf einem Abstecher von Kerikeri zum Bay of Islands entdecken wir einen Eisvogel. Leider läßt er sich nicht aus der Nähe fotografieren, aber unsere Neugierde und Geduld zahlt sich aus durch die Entdeckung der Bruthöhlen an einer Steilwand direkt an der unbefestigten Straße, auf der doch etliche Einheimische mit 80 Km/h durchbrausen. Dabei hören wir einen wunderschönen, perlenden Gesang einiger Kleinvögel, die wir von Europa nicht kennen. Zwischenstop in Mangonui um 15:20 Uhr. Den historischen Stadtkern von Mangonui finden wir nicht, also fahren wir von 15:50 bis 16:45 Uhr weiter nach Kaitaia zum Dyers Motel & Motor Park. Rechts der Straße nach Kaitaia eine Landschaft wie bei uns auf Almen, dies aber auf Meereshöhe. Kühe und Schafe an grün bewachsenen Steilhängen, ohne Sträucher und Büschen. Links der Straße Palmen, Farnbäume und Mangroven im Wasser. Größere Gegensätze gibt es wohl kaum woanders auf dieser Welt. Hier in Kaitaia suchen wir das AA-Büro auf und finden und erhalten hier kostenlos eine ganze Sammlung von den dringend benötigten Straßen- und Städtekarten, einschließlich der Südinsel! So brauchen wir uns unterwegs nur noch um den Fehlbedarf zu kümmern. Nach einem guten Essen in einem chinesischen BYO-Restaurant rufen wir völlig problemlos ca. um 21:30 Ortszeit in Köln an. Die Zeitumstellung haben wir nun überwunden, nachdem wir uns beginnend in Singapore auf die neuen Tageszeiten voll eingestellt haben. Diesen Rat erhielt ich neulich von einem erfahrenen Vielflieger, als ich nach Düsseldorf lufthansate. Der Camper ist ein wenig spartanisch und einfacher als wir von den Hymermobilen gewohnt sind. Die Einrichtung ist nicht so großzügig bzw. optimiert. Es fehlen Unterbringungsmöglichkeiten für den Koffer, der jetzt die ganze Reise unter dem Tisch steht bzw. mehr liegt während der Fahrten. In der Dusch- und Toilettenkabine fehlt uns das gewohnte Waschbecken und es ist darüberhinaus äußerst eng. Konsequenterweise nutzen wir daher diese Facilities während der kompletten Reise nicht, zumal wir in der Folge ausschließlich auf Campingplätzen übernachten. Der Alkoven ist recht schmal, niedrig und nicht gegen Herausfallen gesichert. Später richten wir uns unser Bett im Wohnteil des Campers ein. Es gefällt uns hier viel besser, wenn es auch mehr Umstand mit dem Auf- und Abbau macht. Alles in Allem ist der Camper weniger komfortabel, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran und richtet sich demgemäß ein. Der große Vorteil eines Hymers mit dem breiten Führerhaus und dessen Wohnlichkeit ist natürlich auch nicht vorhanden. Ausgleichen muß ich dies über die ständige Information der beiden großen Seitenspiegel. Auch hier wächst von Tag zu Tag die Sicherheit und das Gefühl für die Breite des Campers und die Position auf der Straße wird immer besser, bis gegen Ende der Reise mir das Unterbewußtsein diese Arbeit vollständig abnimmt. Ebenso verhält es sich mit dem Linksverkehr, auch dies muß ich mir morgens nicht immer wieder bewußt machen. Noch einmal möchte ich auf die Beschilderung zurückkommen. Diese ist sehr dürftig, wie wir auch aus anderen Berichten entnehmen können, und gerade das fällt in diesem sonst perfekten Land auf. Man muß daher ungeheuer aufpassen, die Ortsschilder sind ca. 15 cm hoch, mit weißer Schrift auf dunkelbraunem Untergrund und daher sehr schlecht erkennbar. Diese Ortsschilder gelten für die Millionenstadt Auckland ebenso wie für den Ein-Haus bzw. auch Null-Haus Weiler. Ansonsten muß man sich schon auskennen, um einen Abzweig nicht zu verpassen, zumal Vorwegweiser auch bei der Kreuzung großer Straßen (SH's) weitgehend unbekannt sind. Sobald man aus den Stadtgrenzen der wenigen Städte (Großstädte) heraus ist, wird der Motorway bzw. Highway Nr. 1 bzw. SH 1 zur ganz normalen Landstraße mit je einer Fahrspur. Dafür kann es passieren, daß man auf der Schnellstraße (Motorway) von Ampelanlagen überrascht wird, so geschehen in Wellington. Weit verbreitet sind die einbahnigen Brücken, was bei der geringen Verkehrsdichte aber kein Problem darstellt. Hier ist die Vorfahrtsregelung eindeutig und vollständig. Ansonsten sind die Straßen bzw Fahrbahnen, ob befestigt oder unbefestigt, von hoher Qualität. Überall im ganzen Land ist es sehr sauber, man findet keinerlei Abfall wie Papier, Plastik, Müllsäcke oder Zigarettenkippen auf den Straßen oder den angrenzenden Feldern. Das fällt direkt auf und ist schon sehr beeindruckend. Lediglich in Maori-Ansiedlungen sieht man mal z.B. rostige Autos herumstehen, weil die Verschrottung wohl zu teuer ist. Brigitte:Nach einer heißen, belebenden Dusche und dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Hafen, um das Ausflugsschiff zum Cape Brett zu erreichen. Doch wieder Regen und wir verzichten auf die Tour, weil wir noch schlechteres Wetter erwarten. Das Schiff fährt ohne uns und derweil wird das Wetter besser. Als für kurze Zeit die Sonne zum Vorschein kommt, schießen wir die geplanten Fotos, fahren dann über die "one lane" Brücke und besichtigen das Memorial der Briten zum Frieden von Waitangi 1840. Nach einem Spaziergang über den Golf-Court mit herrlicher Aussicht auf die Bay of Islands fahren wir gemütlich die Küste entlang durch die anderen Urlaubsorte (Kerikeri- ein wenig ordinärer als Paihia, Mangonui mit historischen Häusern / Fischerort) nach Kaitaia. Hier finden wir das Kiwicamp sofort. Neben uns steht schon ein Maui Camper mit drei jungen Schweizern. Bei unserer Ankunft schuppen sie gerade Fische. Nachdem wir mühsam mit ihnen englisch parlieren, merken wir an ihrem Bemühen mit der Sprache, daß wir uns ja auch auf deutsch unterhalten können. In den gepflegten Vorgärten in Paihia sehen wir sowohl bei uns heimische Pflanzen wie:
als auch Pflanzen, die wir aus Gärtnereien kennen wie:
und einige, deren Namen ich nicht kenne. An sumpfigen Stellen wachsen wild Gruppen von Calla, Canna, fleißige Lieschen usw. Unbekannte Pflanzen:
Vögel:
Unbekannte Vögel:
Die ersten 5 Ansichtskarten geschrieben: Oma Köln, Ulrich u. Holger, Edith, Egon Mücke, Reinhard. |
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