KmZeit von bisBeschreibung
 
 06:50an Singapore
 07:30Orchard Parade Hotel, Tageshotel
 09:00China Town Besichtigung
 13:00Little India
 13:00-14:00Essen im Komala Vilas, 76-78 Serangoon Rd.
 17:20Transfer zum Flughafen Singapore
 21:00ab Singapore (Flugzeit 8,5 Stunden)

Stopover in Singapore

Do. 5.11.93.

Brigitte     Hartmut

Hartmut:

Von der Verspätung aus Frankfurt kann der Pilot etwa 1 Stunde bis Singapore aufholen. Wir erreichen dann ohne weitere Zwischenfälle Singapore Changi International Airport um 7:30 Uhr, ohne daß Brigitte oder ich ein Auge zugemacht haben.

Wir werden am Flughafen wie geplant abgeholt und in unser Tageshotel "Orchard Parade" gebracht. Im Hotel machen wir uns unter der Dusche frisch und starten dann um 10:00 Uhr zu unserer Erkundungstour mit einem kurzen Spaziergang auf der Orchard Road in Richtung Zentrum. Uns fallen die fremden Pflanzen und Bäume der schattigen Allee mit ihren interessanten Sitzbänken, auf denen Stadtstreicher (Berber) keine Liegemöglichkeit fänden, zuerst ins Auge. Die Stadt selbst ist äußerst sauber und gepflegt. Es wird gesagt, Singapore sei die sauberste Millionenstadt der Welt (auch in anderer Hinsicht, denn bereits der Besitz von Rauschgift wird mit dem Tode bestraft). Die Straßen hier im Zentrum sind großzügig angelegt. Vom Flugzeug aus konnte man schon die Skyline betrachten. Die Orchard Road als Haupteinkaufsstraße macht mit ihren Geschäften und Kaufhäusern einen guten Eindruck in ihrer Großzügigkeit.

Mit dem Taxi lassen wir uns für 4 Singapore-Dollar nach Chinatown chauffieren. Die Welt ist hier ganz anders, wie man es auch aus anderen Chinesenvierteln anderer Städte kennt:

  • kleine Geschäfte
  • Garküchen
  • ein wenig schmuddelig
  • viel Betrieb
  • z.T. verkommene oder verfallene Häuser
  • dazwischen auch einige neuere, moderne Bauten

und ein riesiges, überdachtes Marktzentrum, das Wet Market. Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache, einen solchen Markt zu besuchen, denn dort werden Kleintiere wie Hasen und Hühner sofort an Ort und Stelle geschlachtet und ausgenommen. Es stinkt u.a. nach Fisch, der z.T. auch von der Kundschaft lebend ausgesucht und dann gleich geschlachtet wird. Das Fleisch in den Metzgerständen erscheint uns dagegen nicht gerade frisch.

Es ist inzwischen äußerst schwül und drückend geworden. Der leichte Sonnenschein hat die Temperatur auf über 28 Grad gebracht. Die Luft ist sehr feucht und unangenehm. Entsprechend langsam bewegt man sich in dieser Umgebung.

Nach 1,5 Stunden Aufenthalt hier in Chinatown beschließen wir, wiederum mit einem Taxi, nach
Little India zu fahren. Hier besuchen wir als erstes das Restaurant Komala Vilas, ein sehr bekanntes und typisches indisches Restaurant (gem. Reiseführer von Herrn da Silva ein unbedingtes Muß !). Dieses Restaurant muß man einfach mal besucht haben, auch ich wußte nicht, daß hier typisch nach echter indischer Art gegessen wird, nämlich mit den Fingern. Die Kellner legen keine Teller und kein Besteck auf, sondern man bekommt als Eßfläche ein rechteckig geschnittenes Blatt von der Bananenstaude. Nacheinander kommen verschiedene Kellner mit Schüsseln und verteilen 5 oder 6 verschiedene Gerichte und zusätzlich jede Menge Reis auf diese Blätterteller. Danach kommen verschiedene Soßen, die ungefragt ausgeteilt werden, sowie Öl. Dann beginnt das geschickte Drehen und Mischen von Reisbällchen mit den o.g. Zutaten. Ständig wird von den Kellnern nachgelegt, sodaß wohl niemand hier hungrig das Haus verläßt. Auch wird dafür gesorgt, daß die Wasserkannen und Gläser immer gefüllt sind.

Für uns als Ausländern gibt es zum Glück auch 3 Tellergerichte, die zusammen mit einem Löffel serviert werden. Das Essen schmeckt uns erwartungsgemäß sehr gut, die Stimmung ist insgesamt ein wenig hektisch, schließlich ist Mittagszeit und Geschäftsleute aus der Umgebung essen hier eilig. Die Gäste unserer Umgebung kommen alle später und gehen bereits früher als wir. Aber es gefällt uns sehr, diesen Betrieb zu beobachten.

Brigitte sagt später, daß dieser Besuch im Komal Vilas für sie ein unvergessliches Erlebnis war.

Während wir in Komala Vilas sitzen, beginnt es draußen ein wenig zu regnen. Wir verlassen das Restaurant, um die Serangon Road herunter und herauf zu spazieren und beschließen dann, weil wir glauben das Wichtigste gesehen zu haben, Richtung Orchard Road zu laufen. Um 13 Uhr am Hotel Orchard Road angekommen, beginnen starke Gewitterschauer mit einhergehendem nahen Donner. Wir ziehen uns in eine überdachte Einkaufspassage zurück und trinken ein Bier, bis der starke Regen nach etwa einer halben Stunde vorüber geht und es nur noch leicht regnet. In den kurzen Regenpausen gehen wir Richtung Hotel und besuchen einige am Wege liegende Einkaufszentren.

Gegen 17:20 Uhr ist unser Transfer zum Flughafen angesagt, der Bus kommt pünktlich zum Hotel Orchard Parade, hält dann noch an dem ein- und anderen Hotel, um weitere Gäste aufzunehmen. Der um 20:45 Uhr geplante Start nach Auckland wird wegen Kommunikationsschwierigkeiten um 15 Minuten verschoben. Die geplante Flugzeit von 8,5 Stunden reicht aus, die Verzögerung wieder aufzuholen.

Wie uns vom Kapitän der Boing 747-300 erläutert wird (und in dem Streckenplan von Sigapore Airlines nachzusehen ist), führt die Flugroute quer über Australien, mit Überflug von Sidney nach Auckland. Allerdings ist davon wegen des überwiegenden Nachtfluges nichts zu sehen.

Brigitte:

Nach der Landung in Singapore werden wir nach längerem Warten ins Hotel Orchard Parade am Ende der Orchard Road (vom Airport aus gesehen) gefahren. In Singapore ist es 28°C heiß und sehr schwül.

Auf der Fahrt vom Flughafen in die City sind wir beeindruckt von:

  • der Sauberkeit
  • den blühenden Sträuchern entlang der Straße
  • der Skyline des modernen Singapore

Wir duschen, ziehen uns um und fahren mit dem Taxi nach China Town. Doch China Town ist zwar malerisch mit seinen hübschen Straßenzügen, aber schmutzig und der Gestank ist kaum zu ertragen.

Die zweite Station ist Little India. Durch ein schönes Tor kommen wir in eine Straße mit indischem Flair. Mittagessen im Komala Vilas, das Hartmut schon aus einem Reiseführer kannte. Es ist ein Erlebnis, das ich nicht vergessen werde. Das Publikum sind nur Inder. Wir finden Platz am Tisch von zwei Inderinnen mit einem Kind. Zuerst bringt uns ein alter Mann Wasser zum Trinken in Metallbechern. Dann legt er rechteckige Bananenblätter vor die Gäste. Darauf kleckst ein weiterer Kellner Häufchen der verschiedensten Gerichte, dann kommt ein Kellner mit einer Riesenschüssel Reis. Nun kann das Essen mit den Fingern beginnen. Ich bin fasziniert vom Zuschauen.

Wir bestellen jeder ein Menue, das auf Metalltellern serviert wird und zu dem wir wenigstens einen Löffel erhalten. Das Essen ist ausgezeichnet und mundet uns sehr.

Danach zurück in die Innenstadt zur Orchard Road, der Hauptgeschäftsstraße. Es beginnt teils sehr heftig zu regnen und es bleibt von oben naß bis wir um 17:20 Uhr vom Tageshotel abgeholt und zum Flughafen, der übrigens sehr angenehm von den Temperaturen als auch von den Einrichtungen ist, gebracht werden.

Um 21:00 Uhr nach kurzer Verspätung Flug nach Auckland. Zum Essen gibt es wieder Fisch. Die Crew ist nicht so gut eingespielt wie auf dem Herflug. Als Sitznachbarn haben wir zwei junge Damen aus Nürnberg.

Zwischendurch finde ich etwas Schlaf und komme so recht ausgeruht in Auckland an.



Copyright © 1998 Hartmut Spahr. Alle Rechte für Texte und Fotos vorbehalten.