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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Mai 2022: Der Wiedehopf ( Upupa epops )

 

Wiedehopf

Der Wiedehopf, diese schöne und unverwechselbare Vogelart, wurde vom NABU und seinen Mitgliedern zum Vogel des Jahres 2022 auserwählt. Leider ist er in Filderstadt sehr selten und dann nur als Durchzügler zu sehen: wir haben den prächtigen Vogel in den letzten 30 Jahren insgesamt nur 13 Mal und hauptsächlich im Frühjahr in unseren Streuobstwiesen beobachten können, wenn er einen Zwischenstopp auf der Reise in seine anspruchsvollen Brutgebiete einlegte.

Zum Aussehen: Dank seiner auffälligen, beim Landen aufgestellten Federhaube gilt der Wiedehopf als der "Punk" oder als "Indianerhäuptling" unter unseren Vogelarten. Mit seiner Körpergröße von 25-29 cm ist er (ohne Haube) zwar nur wenig größer als unsere Amsel, aber sein prächtiges Gefieder unterscheidet ihn von allen anderen einheimischen Arten. Neben der "Punkfrisur" und dem orangebraunen Federkleid fallen beim fliegenden Wiedehopf vor allem die schwarz-weißen, gerundeten Flügel und der schwarze Schwanz mit weißer Querbinde auf. Auch der 4-5 cm lange, leicht nach unten gebogene Stocherschnabel macht ihn selbst für Laien unverwechselbar.

Zur Stimme: Der gut und weit hörbare Gesang des Wiedehopfs besteht aus einem dreisilbigen und hohl klingenden "hup-hup-hup".

Zum Vorkommen: Als wärmeliebende, anspruchsvolle Vogelart kommt der Wiedehopf hauptsächlich in klimatisch begünstigten Regionen Deutschlands vor; in Baden-Württemberg gilt das Kaiserstuhl-Gebiet mit seinen Weinbergen und alten Streuobstbeständen als ein Verbreitungs-Schwerpunkt. Dort kann man ihn zwischen April und September als Sommervogel beobachten; den Rest des Jahres verbringt er als Langstreckenzieher im tropischen Afrika. Der Bestand des Wiedehopfs gilt in Deutschland als "gefährdet"; nach vielen, von Bestandsabnahmen geprägten Jahren ist seit 2019 wieder ein etwas hoffnungsvollerer Aufwärtstrend erkennbar.

Wichtig: neben einem ausreichenden Nahrungsangebot sind vor allem geeignete Bruthöhlen notwendig!

Zur Nahrung: Hauptsächlich ernährt sich der Wiedehopf von Insekten und deren Larven, sowie von Würmern und Spinnen, welche er am Boden aufsucht. Dabei bevorzugt er offene und kurzrasige Flächen, die nicht intensiv genutzt werden (also keine Sportanlagen und Zierrasen mit zweimaliger wöchentlicher Mahd).

Zur Fortpflanzung: Natürlicherweise brütet der Wiedehopf in den Höhlen alter Bäume, in Gemäuern und sogar in Erdlöchern. Weil diese Brutangebote aber immer seltener zur Verfügung stehen, kann man ihm mit geeigneten Bruthöhlen (Nistkästen oder Niströhren, Einflugloch ca. 52 mm Durchmesser) helfen. Das Wiedehopf-Gelege besteht aus 6-10 Eiern; nach einer Brutdauer von 16-19 Tagen schlüpfen die Jungen, die von den Altvögeln ca. 25-30 Tage lang bis zum Ausflug (und noch weitere 5 Tage danach) gefüttert werden.

Was sonst noch interessiert: Im Gegensatz zum schönen Aussehen des Vogels ist die Redewendung "du stinkst wie ein Wiedehopf" nicht als Kompliment gedacht. Da die jungen Hopfe ihre Nestfeinde mit einem aufdringlich riechenden Sekret vertreiben, wirkt dieser Geruch - vornehm ausgedrückt - für menschliche und auch tierische Nasen äußerst unangenehm nach.

Quellen:
www.nabu.de: Wiedehopf ist Vogel des Jahres 2022
Svensson, Mullarney und Zetterström: Der Kosmos-Vogelführer (2017)

Text: Eberhard Mayer, Foto: Frank Derer


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