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Rubrik: Pflanze / Tier / Thema des Monats

 

Dezember 2021: Die Esche ( Fraxinus excelsior )

 

Esche

Die Esche ist ein fester Bestandteil der heimischen Baumarten. Im Filderstädter Wald ist sie in fast allen Waldbeständen zu finden. Bisher! Setzt ihr doch ein kaum mit bloßem Auge sichtbarer Pilz zu, mit dem harmlosen Namen "Falsches weißes Stengelbecherchen" (Hymenoscyphus pseudoalbidus).

Dieser Pilz hat in den letzten Jahren die Eschen bei uns im Wald stark geschädigt, so dass sogar flächig Holzeinschläge vorgenommen werden mussten, um das Holz verwerten zu können bzw. die allgemeine Verkehrssicherheit im Wald aufrecht zu erhalten. Sechzig bis achtzig Prozent der Bäume sind schon befallen. Erstmals in Polen in den neunziger Jahren festgestellt, ist er in über zweiundzwanzig Ländern verbreitet.

Die Esche gehört zur Familie der Ölbaumgewächse. Sie erreicht ein Alter bis dreihundert Jahren, eine Höhe von knapp vierzig Metern und einen Stammdurchmesser bis zu einhundertsiebzig Zentimetern. Die kreuzweise gegenständig angeordneten, langgestielten Laubblätter werden etwa zwanzig Zentimeter lang und bleiben bei Laubfall im Herbst als Besonderheit grün. Die Knospen sind recht charakteristisch, Farbe schwarz, recht derb, dick und zugespitzt. Für den Boden ist der Laubfall günstig, da die Streu bodenverbessernd und humusbildend wirkt.

Esche

Die rispenförmigen Blüten erscheinen vor Laubaustrieb im Frühjahr, April bis Mai. Die Früchte sind geflügelte, einsamige Nüsschen, die über den Wind verbreitet werden können. Um diese zu bilden, muss die Esche ein Alter im Wald von etwa vierzig Jahren erreichen. Sie überliegen, keimen also erst im zweiten Jahr, können sogar bis zu sechs Jahre im Boden bis zur Keimung ausharren. Die Rinde ist in der Jugend völlig glatt, grünlich und weist ab etwa zwanzig Jahren zunehmend Risse auf, die im Alter den ganzen Stammumfang erreichen. Die Farbe wechselt dann in grau. Sie hätte für gutes Wachstum gerne einen nähstoffreichen, kalkhaltigen und nicht zu trockenen Standort. Besiedelt durchaus aber auch Böden die deutlich in Richtung trocken tendieren. Sie ist gerne auf den reichen, feuchten Standorten der Auewälder mit vertreten, geht aber auch auf sehr trockene Standorte der Schwäbischen Alb. Mit ihrem kräftigen Senkerwurzelsystem dringt sie in Felsspalten und kann auch tiefer gelegene Bodenschichten erreichen.

Das Holz der Esche wird als Edellaubholz geführt, ist relativ schwer, sehr elastisch und daher häufig für Werkzeugstiele und Sportgeräte wie Barren oder Leitern in Verwendung. Da es auch oft einen braunen Kern aufweist, wird es gerne als Möbelfurnierholz verwendet. Das helle, freundliche weiße Splintholz gerne zum Treppenbau.

Das vermutete Verschwinden aus unseren Wäldern, es sollen nach wissenschaftlichen Untersuchungen nur etwa zwei bis drei Prozent überleben, ist besonders bedauerlich, weist die Esche doch, wie gesehen, viele gute Eigenschaften auf. Momentan bringt sie jedoch erhebliche Probleme entlang von Straßen und Bebauung. Der Pilz dringt häufig recht schnell in das Wurzelsystem ein und bringt die Bäume zum Umstürzen. Die Ursache des aggressiven Pilzbefalls ist bisher ungeklärt.

Text und Fotos: Eckard Hellstern


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